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„Masterplan Verkehrsentlastung“ Straßenbahn soll bis nach Bad Vilbel fahren

In Bad Vilbel staut sich regelmäßig der Verkehr. Dezernent Wysocki stellt Pläne zur Verkehrsentlastung vor - darunter eine neue Südumgehung.

boeckheler.com --
Die Straßenbahnlinie 18 könnte verlängert werden (Symbolbild). Foto: Christoph Boeckheler

Bad Vilbel liegt näher am Zentrum von Frankfurt als mancher Stadtteil der Main-Metropole und es ist in den zurückliegenden Jahren kräftig gebaut worden in der Hessentagsstadt 2020. Für die Hauptstraßen der 35 000 Einwohner zählenden Stadt bedeutet das eine enorme Belastung. Morgens und abends staut es sich dort teilweise über Hunderte Meter. 

Bad Vilbels Verkehrsdezernent, Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU), hat deshalb nun einige Maßnahmen vorgeschlagen, wie sich daran etwas ändern lässt. „Masterplan Verkehrsentlastung Bad Vilbel 2030“ hat er die sieben Seiten genannt, die er Anfang der Woche veröffentlichte. Etliche Punkte waren schon vorher bekannt oder sind bereits in der Planung. Die meisten liegen in der Verantwortung des Landes oder des Bundes. „Zu über 80 Prozent Maßnahmen, die schon lange bekannt sind“, moniert SPD-Fraktionschef Christian Kühl. Bei den meisten werden noch viele Jahre vergehen, bis sie Realität sind. 

Das gilt zum Beispiel, wenn Wysocki die „zeitnahe Fertigstellung des Riederwaldtunnels“ fordert. Und es trifft zu, wenn er mahnt, die Erweiterung der A661 zwischen Bad Homburg und Offenbach-Kaiserlei auf sechs Fahrstreifen müsse im Bundesverkehrswegeplan in der Priorität wieder heraufgestuft werden. Sechs Punkte drehen sich um den Straßenverkehr, fünf um den Schienenverkehr, zwei um Bus- und Radverkehr. Wysocki versteht den Plan als eine „politische Agenda“ und als einen „Anstoß für die Diskussion in der Region“. 

Mindestens zwei Ideen dürften hier, ungeachtet der Zuständigkeiten, für Aufsehen sorgen. Die erste ist eine neue „Südumgehung Bad Vilbel“, um die L3008 zu entlasten und den Verkehr von Osten kommend direkt nach Frankfurt anzubinden. Die B521 müsste dafür ausgebaut und mit dem Preungesheimer Dreieck verbunden werden, erklärt der Erste Stadtrat. Wie die Umfahrung verlaufen könnte, davon hat er recht konkrete Vorstellungen. „Im Ost-West-Verkehr könnte die angedachte Südumgehung die größte Entlastung bringen“, meint Wysocki. Von einem „interessanten Vorschlag“ spricht der Fraktionschef der Freien Wähler, Raimo Biere. Er bezweifle aber, dass sich eine Südumgehung realisieren lasse. Grund sei der Naturschutz. 

Bei mehreren Ideen ist Bad Vilbel auf seinen großen Nachbarn Frankfurt angewiesen. Das ist unter anderem beim zweiten Vorschlag Wysockis, der heraussticht, der Fall. „Eine sinnvolle Maßnahme wäre die Verlängerung der Straßenbahnlinie 18 bis nach Bad Vilbel entlang der B521“, sagt der Verkehrsdezernent. Haltestellen gäbe es am Unfallkrankenhaus, am Lohrberg und schließlich auf dem Heilsberg in Bad Vilbel. „Eine Planungsstudie müsste Auskunft geben, ob und wie gegebenenfalls die Trasse weiter bis zum Südbahnhof geführt werden könnte“, äußert der CDU-Mann. Ein Prüfung ist laut einer Sprecherin der Verkehrsgesellschaft Frankfurt schon im Gange, allerdings nur bis zum Unfallkrankenhaus in Frankfurt. 

Der verkehrspolitische Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Bad Vilbel, Christian Euler, würde dies gutheißen. Bis zum Südbahnhof werde es jedoch schwierig. „Die Frankfurter Straße kommt man mit der Straßenbahn nicht runter“, so Euler. Man könnte überlegen, sie über den Heilsberg nach Bergen-Enkheim weiterzuführen. Auch Biere und die Grünen sehen keine Möglichkeit, den Südbahnhof anzuschließen. 

Die Öko-Partei ist es, von der die deutlichste Kritik am Masterplan kommt. Dieser zeige, dass zukunftsweisende Antworten für die Mobilität von Morgen vom Magistrat nicht zu erwarten seien, sagt der Co-Vorsitzende der Vilbeler Grünen, Clemens Breest. „Niemand kann so schnell Straßen bauen, wie sich der Bedarf entwickelt.“ Bad Vilbel müsse mehr für den Ausbau der Radwege und die Sicherheit der Radfahrer tun. Breest äußert dies, obwohl die Stadtverordneten im Februar ein Radverkehrskonzept für Bad Vilbel beschlossen haben und die Stadt laut einem Sprecher angefangen hat es umzusetzen.

Den Masterplan mit allen Vorschlägen gibt es unter www.bad-vilbel.de

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