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Main-Neckar-Ried-Express Alte Doppelstöcker verschwinden erst im Sommer

Die modernen Twindexx-Triebwagen sollten eigentlich von Ende März an auch zwischen Frankfurt, Darmstadt und Mannheim fahren - jetzt ist die Rede von Juli. Die Probleme beim Start des Main-Neckar-Ried-Express auf den anderen Linien sieht die Bahn dagegen gemeistert.

Main-Neckar-Ried-Express
Vom Winter 2018 an teilt sich der Zug an der Station Neu-Edingen/Friedrichsfeld. Eine Hälfte fährt weiter nach Mannheim, die andere über Heidelberg nach Wiesloch-Walldorf. Foto: Michael Bayer

Zwischen Frankfurt, Darmstadt und Mannheim werden die älteren, von Lokomotiven gezogenen Doppelstockwagen länger fahren als geplant. Das hat die Deutsche Bahn in Frankfurt mitgeteilt. Als Grund nennt sie neuerliche Lieferschwierigkeiten des kanadischen Herstellers Bombardier.

Dessen moderne Triebfahrzeuge vom Typ Twindexx Vario sollten eigentlich schon Ende vergangenen Jahres alle Regionalzüge ablösen, die aus Frankfurt ganz in den Süden Hessens und weiter nach Baden-Württemberg fahren. Stattdessen war der Main-Neckar-Ried-Express im Dezember zunächst nur auf der Regionalbahnline 68 zwischen Frankfurt, Darmstadt, Heidelberg und Wiesloch gestartet. Erst in dieser Woche kam die Riedbahn (RE 70) zwischen Frankfurt, Biblis und Mannheim dazu.

Die Linien RE 60 und RB 67 zwischen Frankfurt und Mannheim entlang der Bergstraße sollten Ende März folgen - jetzt ist von „Ende Juli 2018“ die Rede. Das stellt die Deutsche Bahn offenbar vor eine Herausforderung: Immer wieder fahren auf beiden Linien Züge mit weniger als den fünf vorgesehenen Wagen. Das Schienenunternehmen räumt „vereinzelte Kapazitätsschwankungen aufgrund defekter Doppelstockwagen“ ein. Die eigene Werkstatt arbeite mit Hochdruck an den Fahrzeugen. Glücklich ist man mit der Situation offenbar nicht. Die Betriebsqualität auf den Linien RE 60 und RB 67 sei „weitgehend zufriedenstellend“, heißt es.

Bahn-Bilanz zum Main-Neckar-Ried-Express

Nach rund hundert Tagen blickt die Deutsche Bahn zurück auf die ersten Erfahrungen mit den neuen Zügen des Main-Neckar-Ried-Express. In ihrer Stellungnahme redet sie erst gar nicht um die anfänglichen Schwierigkeiten herum. Die Züge waren zunächst teils massiv verspätet, teils sogar liegen geblieben.

Zwei Hauptursachen nennt das Unternehmen: Lokführer und Kundenbetreuer seien zum Start zu schlecht vorbereitet gewesen - weil wegen der späten Lieferung zu wenig Zeit für Schulungen geblieben sei. Und: An den Zügen seien häufig Bauteile ausgefallen. Inzwischen verfüge das Fahrpersonal über die nötige „Bediensicherheit“; und gemeinsam mit dem Hersteller Bombardier arbeite man an den Fahrzeugstörungen.

Die von Reisenden durchweg als zu laut und häufig empfundenen Ansagen seien inzwischen leiser gestellt; die Frankfurter Rundschau hatte das schon berichtet. Weniger werden die Hinweise aber nicht: „Hier setzt DB Regio Mitte die gültigen Vorgaben um.“ Zudem seien alle Fahrzeuge seit Januar mit einer neuen Software für elektrische Bremsen unterwegs, womit das anfängliche „gelegentlich auftretende ruckartige Bremsverhalten“ entfalle.

Trotz aller Startprobleme: Unterm Strich jubelt die Bahn beim Thema Twindexx: „Seit dem Fahrplanwechsel hat sich die Pünktlichkeit auf der Regionalbahnlinie RB 68 sukzessive stabilisiert und liegt mittlerweile über dem Vorjahresniveau.“ Das wäre ein deutlicher Fortschritt. Im Dezember hatte der Rhein-Main-Verkehrsverbund als Auftraggeber der Bahn noch der Frankfurter Rundschau gesagt, die Pünktlichkeitswerte der Linie RB 68 wichen „deutlich von dem ab, was wir erwarten und vorher üblich war“.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Main-Neckar-Ried-Express

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