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Kinder in Frankfurt Vorschüler üben für Schulweg

Immer noch werden Kinder in Hessen auf dem Schulweg von Fahrzeugen erfasst. Um Unfälle zu verhindern, lernen Kita-Kinder in Frankfurt, wie sie sicher zur Schule kommen.

Verkehr in Frankfurt
Erst schauen, dann nochmal, dann nochmal, und los. Foto: Christoph Boeckheler

In der Kita Schatzinsel auf dem Riedberg haben die Vorschüler ein besonderes Dokument dabei. Sechs Wochen lang haben sie dafür geübt. Sind zur Riedbergschule gelaufen. Haben an Ampeln auf Grün gewartet, beim Zebrastreifen geschaut, ob Autos wirklich stoppen, sich zwischen parkende Autos gezwängt und links, rechts, links geschaut, ob kein Fahrzeug kommt, bevor sie auf die andere Straßenseite liefen.

Nun halten sie den „Schulwegpass“ in den Händen. Die Prüfung war Anfang März. Die Eltern der Sechs- bis Siebenjährigen, die im Herbst als Erstklässler in die Riedberg- und die Marie-Curie-Schule kommen, haben dabei geholfen. Monika Bargon von der Verkehrspolizei nahm die Prüfung ab. Was sie gelernt haben, führten die Vorschüler am Mittwoch einem Gast aus der Stadtpolitik vor, Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPP).

„Das ist unser Verkehrsdezernent, Herr Oesterling“, sagte Rainer Michaelis, der die Verkehrssicherheit im Straßenverkehrsamt leitet. Da schallte es aus Kindermunde zurück. „Der Oesterhase!“. Der musste schmunzeln. „Osterhase. So haben sie mich in der Schule genannt. Das begleitet mich ein Leben lang.“

Spaß beiseite. Der Verkehrsdezernent war nicht da, um Schokolade und Eier zu verstecken, sondern, um das Wissen der Vorschüler abzufragen. Wann man über eine Ampel gehen darf, was bestimmte Verkehrsschilder bedeuten. Wussten die Kinder ganz genau. Auch, wie der Stein heißt, an dem sie stoppen müssen, um zu schauen, ob die Straße frei ist („Stoppstein“). Oder wie sie im Dunkeln von Autofahrern gesehen werden („gelbe Sachen tragen“). Im Prinzip alles verstanden.

Broschüre  wird verteilt

Die Verkehrserziehung mit Schulwegpass erreiche in Frankfurt rund die Hälfte der Vorschüler, so Rainer Michaelis. Die Broschüre „Sicher zur Schule“, die Übungen enthält, werde an alle Kitas verteilt. Die Kosten in Höhe von 22 000 Euro für Tausende Exemplare übernehme die Stadt.

Auf Elternabenden würden die Eltern angehalten, den Schulweg mit ihren Kinder zu üben. Das sei sinnvoller, als das „Elterntaxi“ zu nehmen, sagt Oesterling. Wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule brächten, gebe es vor den Schulen durch die vielen Fahrzeuge ein erhöhtes Unfallrisiko. Auch nehme übertriebene Fürsorge den Kindern die Möglichkeit, Erfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln. Das könne dazu führen, dass sie bei echten Gefahren falsch reagierten. Um sicher im Straßenverkehr unterwegs zu sein, sei das Schulwegtraining hilfreich.

Denn immer noch passieren Unfälle mit Kindern auf dem Schulweg. Laut Verkehrsbericht waren in Hessen im vergangenen Jahr 216 Schüler auf dem Schulweg in Unfälle verwickelt, das sind rund 13 Prozent aller Unfälle mit Kindern. Zuletzt hatte ein Unfall auf dem Riedberg für eine Debatte über die Schulwegsicherheit gesorgt. Eine Zehnjährige, die über einen Zebrastreifen lief, war im Februar 2016 von einem Auto erfasst und verletzt worden.

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