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Hessen Zwölf Milliarden Euro für die Bahn

Der Schienenverkehr im Rhein-Main-Gebiet wird massiv ausgebaut. Al-Wazir, DB und RMV planen Großprojekte.

Deutsche Bahn
Mit vielen neuen Schienen für mehr Pünktlichkeit: Bahn, Land und RMV wollen nun klotzen. Foto: Arne Dedert (dpa)

In den nächsten Jahren sollen die Nah- und Fernverkehrszüge in Rhein-Main und anderen Teilen Hessens deutlich schneller und pünktlicher fahren. Über den Bahnknoten Frankfurt werde dann mehr Verkehr abgewickelt, die Fahrzeit nach Mannheim werde um neun und nach Fulda um sieben Minuten verkürzt.

Das kündigte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Donnerstag gemeinsam mit Vertretern der Deutschen Bahn (DB) und des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) an. Insgesamt zwölf Milliarden Euro werde für zwölf Großprojekte aufgewendet. „Das ist mehr, als Stuttgart 21 einstmals kosten soll“, zog RMV-Geschäftsführer Knut Ringat einen Vergleich.

Die Projekte sind zwar nicht neu, aber die Finanzierung steht jetzt nach Angaben der Beteiligten. Der Bund trage ungefähr 80 Prozent der Kosten, Land und Kommunen jeweils etwa zehn Prozent, sagte der Grüne Al-Wazir. „Hier ist viel Zeit in Hessen damit verbracht worden, über Infrastrukturprojekte zu reden. Aber wir machen’s jetzt“, sagte Dirk Rompf vom Vorstand der DB Netz. Al-Wazir habe erheblichen Anteil daran, dass jetzt etwas in Gang komme.

So habe es für die Fernstrecken Hanau / Fulda und Frankfurt / Mannheim „mehrere Jahre Planungsstopp“ gegeben. Nun habe der Bund zugesichert, dass er bezahle. „Der Leidensdruck ist größer geworden“, stellte Al-Wazir fest. „Es haben Leute verstanden, dass man Stau nicht nur dadurch bekämpft, dass man Straßen ausbaut.“

RMV-Geschäftsführer Ringat gestand, dass der Verkehrsverbund in Sachen Pünktlichkeit „nicht gut“ dastehe. „Es liegt an der nicht vorhandenen Infrastruktur“, stelle er fest.

Im Rhein-Main-Gebiet nutze man für S-Bahnen die Trassen in den meisten Fällen gemeinsam mit Fern- und Güterzügen. Ein Ausbau der Bahngleise komme daher allen zugute.

Zu den wichtigsten Vorhaben zählt der „Hessen-Express“, der eine direkte Verbindung zwischen Darmstadt und Wiesbaden über den Frankfurter Flughafen herstellen soll. Damit werde die Fahrtzeit zwischen den beiden Großstädten um 15 auf 30 Minuten verringert, die Fahrtzeit von Wiesbaden zum Flughafen auf 15 Minuten, kündigte DB-Mann Rompf an.

Mit der Regionaltangente West soll eine Verbindung entstehen, die Städte im Rhein-Main-Gebiet von Bad Homburg bis Neu-Isenburg miteinander verbindet, ohne dass der Frankfurter S-Bahn-Tunnel genutzt werden muss. Die Baugenehmigungen sollen bis 2020 vorliegen.

Knut Ringat sieht darin ein Vorbild für die weitere Erschließung über Tangenten statt durch die Mitte Frankfurts. Auch eine Regionaltangente Süd oder Ost sei vernünftig. Im Vorgriff darauf seien die neuen „X“-Schnellbusse unterwegs.

Bei der schwarz-grünen Koalition wie bei der Opposition stößt der massive Ausbau der Schienenwege auf Zustimmung. Linke und FDP kommentierten jedoch, Al-Wazir wolle längst bekannte Pläne für Bahnverbindungen als „großen Coup“ verkaufen.

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