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Hauptbahnhof in Frankfurt Alle Bahnsteige sind bald saniert

Die Bahn saniert einen Bahnsteig für Fern- und Regionalzüge am Hauptbahnhof in Frankfurt noch bis Dezember - der Bau der Verteilerebene verzögert sich allerdings.

Bahnsteig
Nackter Beton: Bis 8. Dezember soll der Bahnsteig an den Gleisen 10/11 fertig sein. Foto: Christoph Boeckheler

Die Deutsche Bahn hat die Bahnsteige für Fern- und Regionalzüge am Frankfurter Hauptbahnhof fast vollständig saniert. Der verbliebene Bahnsteig an den Gleisen 10 und 11 werde bis 8. Dezember erneuert sein, sagte Projektleiterin Damla Yildirim. Für Außenstehende ist von den Arbeiten wenig zu sehen; eine Holzwand versperrt den Blick auf die Baustelle. „Das sind Lärm- und Staubschutzwände, die wir aufgestellt haben, um die Pavillons zu schützen“, sagte sie.

Hinter der Holzwand liegt der Bahnsteig, grau und nackt, ohne Bodenbelag, Vitrinen oder Sitzbänke. Auf Paletten lagern anthrazit-graue Quarzdiorit-Steine vom Typ „Padang“ - was zumindest dem Namen, nicht aber der Anmutung nach, an die indonesische Hafenstadt erinnert. Diese Steine werden auf dem Boden verlegt, sie sind von gleicher Art wie bei den anderen Bahnsteigen.

Standardmäßig installiert die Bahn auch taktile Leitelemente für Sehbehinderte und Blinde, stellt neue Vitrinen und Sitzbänke auf, erneuert die Beleuchtung. Die rund 100 Jahre alte Brücke unterhalb des Bahnsteigs wird ausgetauscht. In der Nacht von 26. auf 27. Oktober würden neue Brückenteile eingesetzt.

Das Funktionshäuschen in der Mitte des Bahnsteigs, in dem derzeit unter anderem Kabel für die Beleuchtung untergebracht sind, wird abgerissen. „Wir brauchen den Platz, um mehr Aufenthaltsflächen zu schaffen“, sagte Yildirim.

Bahnhof nicht für so viele Menschen ausgelegt

Jeden Tag seien am Hauptbahnhof mehr als 450 000 Menschen unterwegs, um in den Zug zu steigen, Einkäufe zu erledigen, Reisende abzuholen, sagte ein Bahnsprecher. Für diese Masse an Menschen sei der Bahnhof aber nicht ausgelegt. Daher wolle die Bahn eine neue Verteilerebene in den Hauptbahnhof einziehen, die von den S-Bahnen bis zu den Fernzügen führen soll. Dabei soll der Boden im Eingangsbereich des Hauptbahnhofs geöffnet werden, um den Blick auf die darunter liegende neue Verteilerebene freizugeben.

Der Baubeginn hatte sich zuletzt allerdings verzögert. Wie der Sprecher auf Nachfrage einräumte, hatte das Eisenbahnbundesamt Nachbesserungen unter anderem beim Brandschutz gefordert. „Wir rechnen nun damit, bis Ende des Jahres Baurecht zu bekommen“, sagte er. Für die Arbeiten sind fünf bis sechs Jahre angesetzt.

Erst danach kann die Stadt damit beginnen, den Vorplatz des Hauptbahnhofs umzubauen. Entsprechende Entwürfe des Architekturbüros Schneider + Schumacher liegen seit zehn Jahren vor. Doch weil die Bahn den Vorplatz als Lagerstätte für Material nutzen wird, kann die Stadt erst mit dem Umbau beginnen, wenn die Bahn ihre Arbeiten beendet hat.

In dem Zusammenhang soll auch die Verkehrssituation in der autogerechten Straße Am Hauptbahnhof verändert werden. Eine Infrastruktur für Fahrräder existiert dort bislang nicht. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) hatte sich zuletzt für den Bau eines dritten Straßenbahngleises ausgesprochen, um die Trams in Richtung Baseler Platz beziehungsweise Münchener Straße besser voneinander zu trennen.

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