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Friedberger Landstraße in Frankfurt Für einspurigen Verkehr auf der Friedberger

Der Ortsbeirat 3 unterstützt die Pläne der Stadt Frankfurt, den Autoverkehr auf der Friedberger Landstraße teilweise einspurig zu gestalten. Nur die FDP ist dagegen.

Verkehr in Frankfurt
Nach Plänen der Stadt soll der Autoverkehr auf der Friedberger Landstraße zwischen Matthias-Beltz-Platz und Friedberger Tor künftig einspurig gestaltet werden. Foto: peter-juelich.com

Der Ortsbeirat 3 unterstützt das Vorhaben des Magistrats, den Autoverkehr auf der Friedberger Landstraße zwischen Matthias-Beltz-Platz und Friedberger Tor künftig einspurig zu gestalten. Ein Antrag der FDP-Fraktion im Stadtteilgremium, der forderte, die Verkehrsführung zweispurig zu lassen, wurde am Donnerstagabend mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. „Die FDP ist um Jahrzehnte zurück und hat nichts begriffen von der aktuellen Verkehrsdiskussion“, sagte Manfred Zieran (Ökolinx).

Der Magistrat hatte am 30. Juli mitgeteilt, dem Autoverkehr auf der Friedberger Landstraße in beide Richtungen je eine Fahrbahn wegzunehmen und diese dem Radverkehr zuzuschlagen. Die Liberalen befürchten dadurch große Staus. „Das gibt ein Totalchaos“, sagte Michael Rubin. „Wir als FDP werden bis zum Ende darum kämpfen, dass die Straße zweispurig bleibt.“ Für die Radfahrer werde die Situation seiner Meinung nach „noch gefährlicher“, wenn der Platz für die Autos reduziert werde.

Alternative Radrouten

Fraktionschef Thomas Fruhwirth betonte, die FDP sei „absolut nicht gegen Radfahrer oder Radwege“, auf eine komplette Spur zu verzichten, sehe er jedoch „nicht ein und nicht als notwendig an“. Stattdessen erinnerte Fruhwirth an den ursprünglichen Plan des Ortsbeirats, sich für alternative Radrouten und Radschnellwege stark zu machen, etwa in der Rotlintstraße. Doch im Zuge der Diskussion wurde klar: Die zwei FDP-Mitglieder standen mit ihrer Meinung ziemlich alleine da. Er finde es „ätzend und unerträglich“, schimpfte Zieran, „dass immer die Fahrradfahrer auf Umwege geschickt werden sollen“.

Großen Zuspruch gab es hingegen für einen Antrag der CDU-Fraktion, die vom Magistrat wissen will, welche Maßnahmen geplant sind, um das Verkehrsaufkommen auf der Friedberger Landstraße insgesamt zu reduzieren. „Wir müssen mehr Autos aus der Stadt rausholen, da kommen wir nicht drum rum“, sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jochen Vielhauer. Eine Lösung könnten Park-and-ride-Parkplätze vor den Toren der Stadt sein, auf denen Pendler ihre Fahrzeuge abstellen können, um mit Bus oder Bahn in die Innenstadt weiterzureisen. Die Ertüchtigung des öffentlichen Nahverkehrs in Frankfurt sei in den vergangenen Jahren versäumt worden, klagte CDU-Fraktionschefin Claudia Erhardt und forderte: „Autopendler müssen umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr.“ Das sah auch Werner Buthe vom Team des Radentscheids so: „Das wäre ein erfolgreiches Konzept, ganz sicher.“ Zu einer Abstimmung über den CDU-Antrag kam es aus Zeitgründen allerdings nicht mehr.

Friedhelm Ardelt-Theeck, Sprecher der Bürgervereinigung Nordend, plädierte gar dafür, das Tempolimit auf der Friedberger Landstraße von 50 auf 30 Kilometer pro Stunde herabzusetzen. „Die Fahrbahn verengen und Tempo 50 – wer will da Radfahren?“, fragte Ardelt-Theeck. „Wenn wir wollen, dass die Leute aufs Rad umsteigen, müssen wir auch für mehr Sicherheit sorgen.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende Rüdiger Koch warf der Stadt vor, mit der Verkehrsplanung so lange gewartet zu haben, „bis die Sache fast vor den Baum gefahren ist“. Deswegen brauche es nun „rigorose Lösungen“. Die Verengung der Friedberger Landstraße sei ein erster Schritt.

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