Lade Inhalte...

Frankfurter Straßenbauamt Brückensanierungen werden teurer

Das Frankfurter Straßenbauamt geht von einer Preissteigerung um bis zu 100 Prozent aus.

Miquelknoten
Der Miquelknoten wird noch bis Jahresende saniert. Foto: Christoph Boeckheler

Die Kosten für Neubau und Sanierung von Brücken steigenden drastisch an. Das Straßenbauamt rechnet mit einer Verteuerung teilweise um bis zu 100 Prozent, wie eine Recherche der Frankfurter Rundschau zeigt. Der Grund ist demnach die allgemeine Preissteigerung im Baugewerbe. Es geht es um Millionen von Euro.

Ganz frisch haben die Stadtverordneten zwei Magistratsvorlagen auf den Tisch bekommen, mit saftigen Mehrkosten, denen sie zustimmen sollen. Erstes Beispiel: 2017 hatte die Stadtverordneten rund 1,6 Millionen Euro für den Neubau der Brücke über den Luderbach im Verlauf der Kennedyallee genehmigt. Doch für diesen Betrag wollte keine Baufirma ein Angebot abgeben. Nun erhöhen sich die Kosten um 585.000 Euro auf 2,18 Millionen Euro, eine Steigerung um 36 Prozent. 

Zweites Beispiel: Für den Neubau der Fußgängerbrücke über die Nidda zum Eschersheimer Freibad waren 2017 rund 830.000 Euro bewilligt worden. Jetzt sollen die Stadtverordneten weitere 504.000 Euro genehmigen, weil sich auch hier keine Firma fand – eine Steigerung um 60 Prozent. 

So ähnlich seien alle Ausschreibungen der vergangenen Monate gelaufen, sagte Michaela Kraft, die Leiterin des Straßenbauamts. „Wir hatten Kostensteigerungen von 0 bis 100 Prozent gegenüber dem Preisstand der letzten Jahre. Wir gehen auch für 2019 von einem ähnlichen Bild aus.“

Das Straßenbauamt ist für 482 Ingenieurbauwerke und Brücken in der Stadt verantwortlich. 2015 hatten die Stadtverordneten ein 13 Millionen Euro schweres Sanierungsprogramm beschlossen, um jene Bauwerke, die in einem schlechten Zustand sind, zu sanieren oder neu zu bauen.

Untersuchungen hatten gezeigt, dass rund 13 Prozent aller Bauwerke nicht den nötigen Anforderungen bei der Standsicherheit und der Verkehrssicherheit entsprechen. Sie erhielten die Note „nicht ausreichend“ beziehungsweise „ungenügend“. Ins Brückenbauprogramm von 2015 bis 2019 wurden 43 Bauwerke aufgenommen – darunter auch die Lahmeyerbrücke und die Schwedlerbrücke, die allerdings nicht bis Ende 2019 fertig werden.

Die mehr als hundert Jahre alte Lahmeyerbrücke, die über die parallel zur Hanauer Landstraße verlaufende Bahntrasse führt, soll bis 2020 durch einen Neubau ersetzt werden; die denkmalgeschützte Schwedlerbrücke zwischen Osthafen und Ostpark, ebenfalls mehr als hundert Jahre alt, wird wohl bis 2022 saniert – sie ist schon seit 2011 gesperrt.

Die Preissteigerungen beträfen nicht den Brückenbau alleine, sondern allgemein „alle Neubau- und Instandsetzungsmaßnahmen“ – also auch den Straßen- und den Wohnungsbau, sagte Kraft. „Die Baupreise werden weiter steigen, da die Nachfrage im Ingenieurbaubereich konstant hoch bleibt.“

Fest steht: Jene 13 Millionen Euro, die damals für das Brückenbauprogramm angesetzt worden sind, werden deutlich überschritten. Das Verkehrsdezernat will Anfang 2019 weitere Details bekannt geben.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen