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Frankfurt-Sachsenhausen Wieder tödlicher Unfall einer Radfahrerin

1. UpdateEine 28-jährige Radfahrerin gerät in Frankfurt-Sachsenhausen unter eine Straßenbahn und wird tödlich verletzt. Die Stadt soll nun die Gefahrenstellen entschärfen.

Bahnhof Louisa
Am Bahnhof Louisa ist am Dienstag eine Frau tödlich verunglückt, als sie mit dem Rad über die Gleise fuhr. Foto: Christoph Boeckheler

Eine junge Frau ist am Dienstagabend ums Leben gekommen, als sie mit ihrem Fahrrad die Straßenbahnhaltestelle Louisa überqueren wollte. Die 28-Jährige sei gegen 18.30 Uhr von West nach Ost über die Gleise gefahren, als eine Tram der Linie 14 von Frankfurt in Richtung Neu-Isenburg herankam und sie rammte, berichtete Polizeisprecher Manfred Füllhardt der FR. Der Fahrer habe zuvor eine Notbremsung eingeleitet, konnte damit aber nicht verhindern dass die Tram gegen die Frau prallte und sie mitschleifte. Die Radfahrerin starb an der Unfallstelle.

Es ist der zweite tödliche Verkehrsunfall mit Radfahrern in Frankfurt binnen zwei Wochen. Am 3. August war ein 60-Jähriger an der Kurt-Schumacher-Straße ums Leben gekommen, als er mit seinem Fahrrad auf dem Gehweg fuhr, stürzte und unter einen vorbeifahrenden Lastwagen geriet.

Am 8. August hatten daraufhin 300 Fahrradfahrer auf einem Korso durch Frankfurt für mehr Sicherheit im Radverkehr demonstriert. Freunde des Verstorbenen wollen  an der Unfallstelle ein sogenanntes Geisterfahrrad („Ghostbike“) aufstellen.

Zur Ursache des Unfalls an der Station Louisa sagte der Polizeisprecher, die Frau habe wohl die heranfahrende Tram übersehen. Kopfhörer habe sie nicht getragen. Die Schienenverkehr auf der Strecke wurde bis kurz vor 22 Uhr eingestellt. Eine besondere Gefahrenstelle sei die Station Louisa nicht. Grundsätzlich bestehe an allen Gleisen potenziell Gefahr; dort sei besondere Vorsicht geboten.

Ein weiterer Radunfall ereignete sich am Montag, 13. August. Ein zwölf Jahre alter Junge wurde laut Polizei auf der Hügelstraße von einem Lastwagen gerammt, als der LKW von der Hügelstraße rechts in die Eschersheimer Landstraße abbog. Der Junge wurde schwer verletzt.

„Dieser Unfalltyp ist der Klassiker“, sagte Bertram Giebeler, der Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Frankfurt. Er erinnerte an einen anderen schweren Unfall am 16. April in der Gutleutstraße, als ein Lastwagenfahrer, der rechts abbiegen wollte, eine Radlerin übersah und sie schwer verletzte.

„Es müssten mehr Unternehmen auf Abbiegeassistenten setzen“, sagte Giebeler, der das Bemühen des Frankfurter Müllentsorgers FES hervorhob. Die FES bestelle neue Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen Gewicht nur noch mit Abbiegeassistenten. Jetzt müsse die Speditionsbranche nachziehen. Den Straßenverkehr in Frankfurt bewertete Giebeler nicht als generell unsicher für Fahrradfahrer. „Aus den Unfällen lässt sich kein allgemeiner Trend ableiten, wonach Frankfurt für Radfahrer gefährlich wäre.“

Im Gegenteil: Die Zahl der Fahrradfahrer in der Stadt nehme zu, aber die Zahl der Unfälle mit Fahrradfahrern steige nicht proportional. „Je mehr Fahrradfahrer unterwegs sind, umso sicherer wird es statistisch für jeden einzelnen von ihnen.“

Doch die Stadt Frankfurt müsse ihren Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten. So fehlten auf der Kurt-Schumacher-Straße, wo der tödliche Unfall Anfang August passierte, sowie auf der sich anschließenden Friedberger Landstraße die nötige Infrastruktur für Radfahrer. „Vom Börneplatz bis zum Matthias-Beltz-Platz gibt es fast keine Markierung.“

Auf die Gefahren im Straßenverkehr machen die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) und die städtische Verkehrspolizei seit Ende 2017 mit einer Kampagne aufmerksam. Auf schwarzen Plakaten sind rote Blutflecken zu sehen sowie makabre Sprüche wie: „Das Kreuzen meiner Gleise wird dich was kosten. Dein Leben!“

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Radfahren in Frankfurt und Rhein-Main

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