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Frankfurt-Höchst Alle Busse an einer Haltestelle

Die Stadt saniert von 2017 an die Südseite des Höchster Bahnhofs. Anwohner und die Taxivereinigung sind sauer.

Trist, trostlos, unpraktisch: der Höchster Busbahnhof. Foto: Bernd Fickert

Die Stadt steht beim Umbau der Südseite des Höchster Bahnhofs in den Startlöchern. Beginnen könnten die Arbeiten bereits im Frühjahr 2017, wie Planerin Susanne Kurzius vom Amt für Straßenbau und Erschließung dem Ortsbeirat 6 am Dienstag vorgetragen hat.

Drei Abschnitte sind geplant. Zunächst saniert das Amt die Dalbergstraße zwischen Albanus- und Ludwigshafener Straße. Dabei führen die Planer die bereits vor zehn Jahren erfolgte Gestaltung der Dalbergstraße zwischen Kreisel und Albanusstraße fort.

Dann steht – etwa ab Frühjahr 2018 – der Bau der zentralen Omnibushaltestelle an. Hier will die Stadt künftig alle Bushalte bündeln, acht Plätze sind vorgesehen. Die Haltestelle an der Leverkuser Straße entfällt. Im letzten Bauabschnitt gestaltet die Stadt den Vorplatz des Bahnhofs um und saniert den Park-und-Ride-Platz auf der Ostseite des Bahnhofsgebäudes. Der denkmalgeschützte Bau soll künftig besser zu sehen sein.

Für die Sanierung der Dalbergstraße hat die Stadt ein schallschutztechnisches Gutachten erstellen lassen, denn künftig sollen auf der Einbahnstraße die Autos in beide Richtungen fahren dürfen. Der Eingriff erhöhe die Lärmbelastung durch Verkehr – aber nur geringfügig. Tatsächlich werden an sechs Gebäuden passive Schallschutzmaßnahmen notwendig sein. Allerdings sind nur einzelne Parteien betroffen, nicht ganze Hausgemeinschaften.

Die Berechnung ist recht komplex. Zunächst prüfen die Experten, ob sich die Lärmbelastung um mindestens drei Dezibel erhöht; das alleine ergibt aber keinen Rechtsanspruch auf Lärmschutz. Die Gutachter prüfen noch, ob auch Richtwerte überschritten werden. Hauptlärmquelle sind dabei die Motorengeräusche von Autos, Lastwagen und Bussen. Darum bietet die Stadt den Einbau von Schallschutzfenstern an. Sogenannter Flüsterasphalt ergebe nur auf Straßen Sinn, auf denen mindestens Tempo 60 gelte. Der Zugverkehr fließt in die Berechnungen gar nicht ein – auch wenn die Anwohner der Dalbergstraße genau auf den Bahndamm schauen.

Der Ortsbeirat zeigte sich am Dienstag recht zufrieden mit den Plänen. Verärgert sind dagegen die Taxifahrer. Für sie wird es künftig nur sechs Plätze geben. „Das ist zu wenig“, sagt Sven Adler von der Taxivereinigung Frankfurt. 14 Plätze stünden derzeit zur Verfügung, früher seien es einmal 18 gewesen. Der Höchster Bahnhof sei ein wichtiger Stopp für die Taxifahrer, der Laufkundschaft wegen. Mit dem Bau der Regionaltangente West werde das Passagieraufkommen auch noch steigen.

Sauer ist Adler nicht nur wegen der Verringerung der Plätze. Die Taxifahrer fühlen sich vielmehr ignoriert. Bereits bei der Vorstellung der Vorplanung zum Bahnhofsumbau seien sie aktiv geworden, hätten eindringlich darum gebeten, mehr Taxistellflächen einzuplanen. Die Bitte sei aber offenkundig ungehört verhallt.

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