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Frankfurt Die S-Bahn kommt in Kürze

Von der Frankfurter Galluswarte kurz nach Hause zu fahren, sollte kein Problem sein - schließlich führt der Weg nicht durch den gesperrten Tunnel in der Innenstadt. Doch dann kommt alles anders als erwartet.

Die S6 kommt. Und sie fährt vorbei. (Symbolbild) Foto: Monika Müller

Jetzt aber schnell nach Hause, den Hund rauslassen und dann wieder zur Arbeit. Trotz Großstörung eine Sache von einer Stunde hin und zurück. Der Weg führt schließlich nicht durch den kaputten Tunnel sondern von der Galluswarte stracks nach außerhalb. S6. Kein Problem. 

Die RMV-App zeigt an: jede zweite S6 fährt. An der Galluswarte wird dauernd etwas angesagt, meist geht es um Bahnen, die vor zehn Minuten hätten fahren sollen, aber ausgefallen sind. Coole Sache, so weiß jeder, dass er sie nicht verpennt hat, sondern dass sie wirklich nicht gefahren sind.

Von der S6 ist keine Rede. Also wird sie wohl kommen, so, wie es Anzeige und App versprechen. Und sie kommt. Und sie fährt vorbei. Ohne Halt. „Außengleis“, bemerkt ein Wartender sachkundig. In bewährter Manier erklärt die Stimme aus dem Lautsprecher einige Minuten später, dass die wenigen S6, die noch fahren, zwischen Hauptbahnhof und West nicht halten.

Also kein Alptraum: War eine ganz und gar reale S6, die da vorbeigefahren ist. Nun denn: mit der nächsten Bahn nach West, eine S6 fällt wieder aus, da ist die App genau. Und dann kommt die nächste. Laut App und Bahnsteiganzeige auf Gleis 1 – für nicht Ortskundige: Das ist oben.

Die Bahn wartet keine Sekunde

Wer runter schaut merkt wenigstens, dass er wieder gefoppt wird: Die S6 kommt zwar spät, aber sie kommt. Unten. Die anderen merken nichts. Und diejenigen, die im Vollsprint runtergesaust sind, merken, dass die Bahn keine Sekunde wartet. Wenn schon kein Fahrplan mehr gilt, dann soll doch wenigstens keine Sekunde bei den Haltezeiten verschenkt werden.

Und nun? Schwere Entscheidung: Außer Usain Bolt schafft es keiner schnell genug von oben nach unten oder umgekehrt, wenn er falsch steht. Und die nächste Bahn wird wieder oben angezeigt. Und angesagt wird nix. Also zum Hauptbahnhof zurück. Das schöne am Hauptbahnhof tief ist: Es gibt keine Ansagen. Gar keine. Außer einer Stimme, die hin und wieder sagt: Wiesbaden. Paar Minuten Pause. Wiesbaden.

Dafür stehen gleiche mehrere S6 auf der Anzeigetafel, die „in Kürze“ einfahren werden. Da in Kürze länger dauert als 20 Minuten, die App weiterhin steif und fest behauptet, jede zweite S6 fahre pünktlich und die Lautsprecher inzwischen nicht einmal mehr ein Wiesbaden herausquetschen, fällt die Entscheidung für U Bahn und Bus.

Die U Bahn fährt auch pünktlich. Genauso der Bus. Just, als die U Bahn einfährt, fährt er los. Ein waghalsiger Sprint zur nächsten Haltestelle in Weltrekordzeit der Altersklasse „gehoben“ hat Erfolg! Leider ist es der falsche Bus, tja, die Hektik. Aber da kann der Öffentliche Nahverkehr nun wirklich nix für. Auch nicht, dass es auf dem anschließenden 20-minütigen Fußweg wie aus Eimern schüttet.

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