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Frankfurt Bahn und RMV wollen Qualität verbessern

Der RMV will „Mobilität neu denken“. Das bedeutet zunächst, die Qualität zu verbessern. Ein Pilotprojekt auf der Riedbahn-Strecke soll Störanfälligkeit mindern.

„Der Frankfurter Tunnel und der Hauptbahnhof sind am Rande der Leistungsfähigkeit“, stellt Chefplaner Busch fest. Foto: dpa

Die Digitalisierung birgt große Chancen für den öffentlichen Verkehr. Der Kunde kann bequem elektronisch sein Ticket buchen, per App auf seinem Smartphone die schnellste Verbindung erfahren. Sie birgt aber auch Risiken. „Die Alternative für unsere Kunden ist nur ein, zwei Klicks entfernt“, sagt Birgit Bohle, Vorstandsvorsitzende DB Fernverkehr. Die Alternative zur Schiene – damit meint sie Konkurrenten wie Fernbusse, Mitfahrgelegenheiten, den Taxianbieter Uber oder das Flugzeug. „Der Wettbewerb ist intensiv wie noch nie“, sagt Bohle.
Die Antwort darauf müsse bessere Qualität sein. Darin ist sie sich mit dem Chefplaner der Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), Thomas Busch, einig: „Wir müssen uns verdammt anstrengen, um die Erfolgsgeschichte des RMV fortzusetzen.“ „Mobilität neu denken“ hat der RMV deshalb seine Abendveranstaltung zur Messe Inno-Trans in der hessischen Landesvertretung in Berlin betitelt.

Weert Canzler vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung sieht in der Zukunft eine Vernetzung von Carsharing, E-Bike, Bus oder Leihrädern. Auf dem Land ersetzen autonom fahrende Kleintransporter die großen Busse. Die transportieren nicht nur Menschen, sondern auch Güter. Gebucht werden sie online. „Das Smartphone ist der Generalschlüssel dafür.“

Die Deutsche Bahn (DB) will mit Hilfe von Ferndiagnose die Zahl der Störungen mindern. Dazu habe sie die Riedbahn als Testfeld ausgewählt, berichtet Thomas Schaffer, Vorstand Vertrieb und Fahrplan der DB Netz. An 240 Weichen wird der Stromverbrauch gemessen, um rechtzeitig auf Verschleiß reagieren zu können. „Dieses Pilotprojekt in Hessen ist ein Sprung ins neue Zeitalter.“ Das Schienennetz sei überaltert; erst jetzt fließe Geld vom Bund, um den Sanierungsstau abzuarbeiten: „An vielen Stellen haben wir richtige Probleme mit der Infrastruktur.“

Die Brücken, Oberleitungen oder Weichen sind nicht nur vielerorts marode. Sie seien auch nicht ausgelegt für den Bedarf, der in der 21-jährigen Existenz des Rhein-Main-Verkehrsverbundes kontinuierlich gestiegen sei und angesichts des prognostizierten Bevölkerungszustroms weiter wachsen werde, sagt Chefplaner Busch: „Der Frankfurter Tunnel und der Hauptbahnhof sind am Rande der Leistungsfähigkeit.“

Wo sich S-Bahnen, ICE und Regionalzüge eine Trasse teilten, komme es schnell zu Verzögerungen. „Wir müssen den Verkehr entmischen.“ Nach 13 Jahren Stillstand wachse das S-Bahn-Netz endlich wieder: Die Arbeiten zur Anbindung des neuen Stadtteils Gateway Gardens hätten begonnen, der vierspurige Ausbau zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel stehe unmittelbar bevor. Parallel dazu fange der RMV zum Fahrplanwechsel mit dem Ausbau eines Schnellbus-Ringsystems an. Es soll das auf Frankfurt zentrierte S-Bahn-Netz ergänzen.

Es sind ehrgeizige Ziele, die RMV und Deutsche Bahn an diesem Abend formulieren. Dass dies in der Bundeshauptstadt geschieht, kommt nicht von ungefähr. Hier sitzen die politischen Entscheidungsträger, von hier müssen die finanziellen Mittel fließen, um die Pläne in der verkehrsreichsten Region der Republik realisieren zu können. Dazu gehört nach Auffassung der Redner auch die Nordmainische S-Bahn. Denn deren Bau sei durch den neuen Bundesverkehrswegeplan nicht gesichert.

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