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Flughafen Frankfurt Frischekur für Regionalbahnhof

Nach 40 Jahren wird die Station am Flughafen Frankfurt in den nächsten zwei Jahren modernisiert. Es wird höchste Zeit.

Regionalbahnhof
Die Bahn und die Architekten versprechen einen „Wohlfühlbahnhof mit hochwertigem Erscheinungsbild“. Foto: Deutsche Bahn/Dietz Joppien Architekten

Grünfleckige Böden, Waschbetonwände, Aufzüge sind Fehlanzeige: Ein herzliches Willkommen sieht anders aus. Der Regionalbahnhof am Flughafen ist alles andere als eine Visitenkarte für Frankfurt und die Region. Das soll sich ändern: Im August geht es los mit der Modernisierung des Halts, der unter den fünf meistfrequentierten Bahnhöfen Hessens rangiert. Eine halbe Million Menschen nutzt ihn täglich.

In den kommenden zwei Jahren müssen sie mit Bauarbeiten rechnen und sich umorientieren. Erst wird Gleis 1 komplett gesperrt, der gesamte Verkehr auf dem Mittelbahnsteig abgewickelt. Dann umgekehrt. Danach aber soll der in den 70er Jahren eröffnete Halt unter dem Terminal 1 all das bieten, was von einer modernen Station zu erwarten ist: Helle Feinsteinzeugfliesen sollen ein hochwertiges Erscheinungsbild schaffen. Die Tunnelwände am Mittelbahnsteig nehmen mit verschiedenen Blautönen die Leitfarbe des Flughafens auf. Für Sehbehinderte gibt es ein taktiles Leitsystem, es gibt neue Sitzbänke und Info-Vitrinen. Zehn Millionen Euro investiert die Deutsche Bahn (DB) bis 2020. „Das wird ein Wohlfühlbahnhof“, versprach Susanne Kosinsky, für die Region zuständige Leiterin der Station & Service.

Aus den Händen von Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) nahm Kosinsky am Mittwoch an Gleis 1 den Zuwendungsbescheid in Höhe von vier Millionen Euro entgegen. Der Minister wies darauf hin, dass die Bedeutung des Regionalbahnhofs mit der Eröffnung der neuen Station Gateway Gardens und der Realisierung der Regionaltangente West noch steigen werde. „Wir brauchen eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur, sonst werden wir das Chaos auf der Straße nicht wegkriegen.“ Mit dem Nachtverkehr bei der S-Bahn vom Wochenende an sowie dem Start des vierspurigen Ausbaus für die S6 arbeiteten die Verantwortlichen weiter auf dieses Ziel hin.

Der Regionalbahnhof, sagte André Kavai, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), diene zunehmend auch der Entlastung des Frankfurter Hauptbahnhofs. Innerhalb von fünf Jahren sei die Zahl der Fahrgäste um 25 Prozent gestiegen. Doch nicht nur das Ambiente im Untergrund sei verbesserungsbedürftig. Selbst Ortskundige wie er hätten am Flughafen Probleme, die Busstation oder die Bahnsteige zu den Regionalzügen oder S-Bahnen zu finden: „Das ist eine echte Herausforderung.“

Die Szene ein Stockwerk höher bestätigt seine Aussage: Menschen mit Rollkoffern in den Händen stehen diskutierend vor den Fahrkartenautomaten. Andere schauen sich ratlos um, weil sie nicht wissen, wie sie mit dem Zug weiterkommen. Die Informationstafel ist „derzeit außer Betrieb“, und der Mann am Schalter macht offenbar gerade Pause. Aber bis 2020 soll ja alles besser werden.

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