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Fahrräder in Frankfurt Bürgerbegehren für sicheres Radfahren

Ein Frankfurter Bündnis sammelt Unterschriften, um bessere Radwege in der Stadt zu erzwingen. Die wichtigste Forderung: Radwege müssen auch für Kinder und Senioren sicher werden.

Radfahren in Frankfurt
Eingequetscht zwischen Autos und der Straßenbahn ist das Radfahren in der Schweizer Straße immer recht heikel. Foto: Christoph Boeckheler

Berlin hat es vorgemacht. Dort hat der „Volksentscheid Fahrrad“ Unterschriften gesammelt und einen Bürgerentscheid auf den Weg gebracht. Der ist in ein Mobilitätsgesetz gemündet – das erste Radgesetz Deutschlands, über das das Abgeordnetenhaus abstimmen muss.

Ähnliche Initiativen laufen in Bamberg und Darmstadt. „In Frankfurt sind wir die Nummer vier“, sagt Heiko Nickel vom ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD), Sprecher des neuen Bündnisses „Radentscheid Frankfurt“.

Dabei handelt es sich um eine breit aufgestellte Initiative aus Mitgliedern von VCD, ADFC, BUND, Greenpeace und Transitiontown. Die Kernforderung: Alle Radwege müssen auch für Kinder und Senioren sicher werden. „In Frankfurt enden die Radwege an gefährlichen Stellen teilweise im Nichts“, sagt Nickel.

Auf allen Straßen, auf denen schneller als 30 Stundenkilometer gefahren werden darf, müsse die Stadt durchgehende, von den Autofahrspuren baulich getrennte, Radwege bauen. „Auf dem Anlagen- oder Alleenring wäre es viel zu gefährlich, als Familie auf dem Rad nur mit Schutzstreifen getrennt von den Autos zu fahren“, sagt Nickel. Vorbild sei die fahrradfreundliche Stadt Kopenhagen, wo Bordsteine die Radwege von Fahrspuren abgrenzten.

Auch die Nebenstraßen sollten fahrradfreundlicher werden, fordert der Bündnissprecher. Dafür müssten jedes Jahr zehn Kilometer Nebenstraßen in der Nähe von Schulen und Kitas sowie in Wohngebieten umgestaltet werden.

„Wir wollen die Verkehrswende erreichen. Rad- und Fußverkehr sowie der ÖPNV müssen stärker gefördert werden als der Autoverkehr“, sagt Nickel. Derzeit investiere die Stadt durch Bereitstellung und Instandhaltung von Straßen und Parkplätzen mehr Geld in den Autoverkehr als in den ÖPNV.

Der Radentscheid Frankfurt will auch erreichen, dass jedes Jahr mindestens zehn Kilometer innerstädtische Fahrradstraßen angelegt werden. Diese sollten pro Richtung mindestens 2,30 Meter breit sein, an die regionalen Radwege anschließen und sich an den Fahrrad-Pendlerströmen orientieren. Als Erstes sollten unterbrechungsfreie Fahrradtrassen auf dem Alleen- und dem Anlagenring entstehen. Auch die Kreuzungen müssten sicherer werden.

 

Nach Kopenhagener Vorbild sollten pro Jahr 15 Kreuzungen fußgänger- und fahrradfreundlich umgebaut werden, um Unfälle zu vermeiden. Falls ein schwerer Unfall passiere, und die Gestaltung der Kreuzung zu den Ursachen zähle, müsste die Gefahr durch Umbau beseitigt werden.

Die 1000 Fahrradparkplätze, die die Stadt derzeit jährlich errichte, reichten nicht aus. Das Bündnis fordert den Bau von 3000 Fahrradparkplätzen im Jahr. Insgesamt müsse die Stadt deutlich mehr Geld in den Radverkehr investieren.

„Frankfurt hängt bei der Radverkehrsförderung um Jahrzehnte hinterher“, moniert Nickel. Die Stadt müsse den Nationalen Radverkehrsplan des Bundesverkehrsministeriums umsetzen und darüber hinaus rund 21 Euro pro Einwohner und Jahr in den Radverkehr investieren. Fahrradstaffeln der städtischen Verkehrspolizei sollten Regelverstöße künftig stärker kontrollieren. Die Mittel für die Öffentlichkeitsarbeit zur Förderung von Fuß- und Radverkehr müssten vervierfacht werden.

Bis zum Sommer will das Bündnis die nötigen Unterschriften für das Bürgerbegehren gesammelt haben.

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