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Eschborn Protest gegen Regionaltangente

Die Regionaltangente West, eines der größten Infrastrukturprojekte der Rhein-Main-Region, droht zu scheitern. Rund 30 Grundstückseigentümer in Eschborn, darunter mehrere Landwirte, wollen ihr Land nicht verkaufen.

Regionaltangente West-
Die Städte sehen in der Regionaltangente eine zusätzliche Wertsteigerung, die Anwohner haben Angst vor Lärmbelästigung. (Symbolbild) Foto: Rolf Oeser

Bei einem Dialogforum zur Regionaltangente West (RTW) am Montagabend in Oberursel machten einige Grundstückseigentümer  in Eschborn ihrem Unmut Luft. Sollte die RTW-Planungsgesellschaft die vorgesehene Trassenführung nicht ändern, „dann werden wir nicht verkaufen“, kündigte Landwirt Torsten Kunz an. Und sollte es nötig sein, würden er und seine Mitstreiter juristisch gegen die Pläne vorgehen.

Die geplante Trasse zerschneide sein Land, das anschließend nicht mehr vernünftig zu bewirtschaften sei, kritisierte Kunz. 20 bis 25 Hektar wertvoller Ackerfläche gingen durch die RTW verloren, ergänzte Karlheinz Gritsch, Kreislandwirt im Main-Taunus-Kreis und Stadtrat in Eschborn.

„Ich bin nicht generell gegen das Projekt“, betonte Gritsch. Schließlich wäre die Stadt Eschborn mit ihren Gewerbegebieten einer der großen Profiteure der neuen Bahnstrecke. Allerdings müsse es darum gehen, den Flächenverbrauch so gering wie möglich zu halten.

Die Landwirte haben sich darüber auch schon selbst Gedanken gemacht. Die Trasse müsse näher an die A5 gerückt werden, fordert Torsten Kunz. Außerdem könne man sie ebenerdig über die Autobahn bis nach Praunheim führen; an der Kreuzung Heerstraße/Ludwig-Landmann-Straße soll nach dem Willen der Eschborner Bauern ein Umsteigebahnhof zur S5 entstehen.

Das habe man alles bereits ernsthaft geprüft, erklärte der Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft, Rolf Valussi. Doch die Vorschläge der Eschborner Landwirte sind aus seiner Sicht nicht umsetzbar. Der zusätzliche Bahnhof in Praunheim würde jeden Tag 5000 Menschen zum Umsteigen zwingen, rechnete Valussi vor – dabei sei es gerade das Ziel, die Menschen aus dem Taunus durch die RTW möglichst ohne Umstieg zum Flughafen zu transportieren.

Dass es nicht möglich sei, die Trasse näher an die Autobahn zu legen, bezeichnete auch Valussi als „Drama“. Doch verhinderten das die vorhandenen Hochspannungsmasten und mehrere Brunnen auf Praunheimer Gemarkung. Wegen der steigenden Bevölkerungszahlen in Frankfurt dürfe für die RTW kein Brunnen stillgelegt werden.

Als Vorschlag zur Güte versprach er den Landwirten, ihre Vorschläge zeichnerisch aufbereiten zu lassen und in die Unterlagen zur Planfeststellung miteinzufügen. „Sie werden in den Abwägungsprozess einbezogen“, kündigte Valussi an. Die Entscheidung sei dann Sache des Regierungspräsidenten.

Aktuell befindet sich das Projekt in der Phase der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung, der Vorstufe zum Planfeststellungsverfahren. Am Montagabend ging es um den nördlichen Abschnitt zwischen Bad Homburg und Praunheim bis zur Überführung über die A66. Oberursels Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) nutzte die Gelegenheit, seinerseits ein Plädoyer für die RTW zu halten. „Sie ist für die gesamte Region überlebenswichtig.“ Das gelte nicht nur für Oberursel und Bad Homburg, sondern auch für Eschborn.

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