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Diesel-Fahrverbote Immer noch dicke Luft in Hessens Städten

Bei Messungen sind die Stickstoffdioxid-Werte in hessischen Städten oft zu hoch. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Frankfurts OB Peter Feldmann (SPD) fordern daher Hardware-Nachrüstung für Diesel.

Verkehr
Es klemmt: Baustelle zwischen Mainkurkreisel und Omegabrücke an der Hanauer Landstraße in Frankfurt. Foto: Andreas Arnold

Die Stickstoffdioxid-Belastung in Frankfurt und Offenbach ist auch 2018 an vielen Stellen hoch – oft höher, als die Europäische Union (EU) erlaubt. Das geht aus Messungen des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie aus dem ersten Halbjahr 2018 hervor, die der FR vorliegen.

Stickstoffdioxid ist ein Gas, das besonders durch Dieselfahrzeuge in die Luft geblasen wird. Es kann bei Menschen Reizungen der Atemwege auslösen. Der EU-Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresschnitt.

Er wurde an vielen Messstellen überschritten, am stärksten Am Erlenbruch im Stadtteil Riederwald mit 54,4 Mikrogramm. Dort, wo wenig Verkehr fließt wie auf dem Römerberg, fallen die Belastungen niedriger aus. In Frankfurt sind 74 000 Dieselfahrzeuge gemeldet, die nicht der Euro-6-Norm entsprechen.

An den meisten Messstellen gab es einen leichten Rückgang gegenüber den Werten von 2017. Aber nur an einem Standort (Reuterweg) fiel der Wert unter den Grenzwert (von 42,8 auf 38,8 Mikrogramm).

Überschreitungen gibt es in zahlreichen hessischen Städten, wie aus den Zahlen von 2017 hervorgeht. Darmstadt, Wiesbaden, Gießen, Limburg und Bensheim waren betroffen. Der höchste Durchschnittswert wurde in Darmstadt (Hügelstraße) mit 71,8 Mikrogramm gemessen.

Sowohl die schwarz-grüne Landesregierung als auch der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) forderten als Konsequenz eine Hardware-Nachrüstung von Dieselfahrzeugen auf Kosten der Autoindustrie.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte: „Wir erwarten vom Bund, dass er schnell handelt. Die Umrüstung der Dieselfahrzeuge ist die wirksamste Methode, um die Luftqualität in unseren Städten zu verbessern und die EU-weiten Grenzwerte einzuhalten.“ Ziel sei es, „generelle Fahrverbote zu vermeiden“. Für die Kosten müssten die Autobauer einstehen.

Zuletzt habe Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) diese Position in einem Brief an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Anfang August untermauert. Der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel hatte bereits im Juli an Scheuer appelliert.

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann forderte Bouffier und Scheuer in einem Brief auf, „sich für eine Verpflichtung der Autoindustrie auf eine Hardware-Nachrüstung einzusetzen“. Für Hessen forderte Feldmann „zeitnah“ einen Dieselgipfel, um die Maßnahmen des Landes im Falle eines Dieselfahrverbots zu besprechen. Bei einem solchen Szenario setze er sich für Übergangsfristen ein, um die Hardware in den betroffenen Fahrzeugen nachzurüsten.

Bouffier lehnte ab. Einen hessischen Dieselgipfel halte er „derzeit für wenig zielführend“, sagte der Ministerpräsident. „Die dringlichsten Schritte in der Angelegenheit können nur durch die Bundesregierung angestoßen werden.“

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