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Deutsche Bahn Fahrplanwechsel - neue Züge, höhere Preise

Der Fahrplanwechsel im Winter 2018 bringt viele Neuerungen. Im Fernverkehr zeigt sich der ICE4 öfter. Zwischen Marburg, Frankfurt und Bensheim ersetzen ICE den IC. Der RMV kündigt zusätzliche Züge zwischen Frankfurt, Mainz und Darmstadt an, und viele S-Bahnen fahren öfter. Aber das Reisen wird auch teurer.

Lokführer
Unterwegs auch auf neuen Strecken: Lokführer der Bahn. Foto: Jan Woitas

Es ist der große Fahrplanwechsel, der stets Mitte Dezember ansteht. Das „groß“ passt in diesem Jahr besonders in Hessen. Abfahrtzeiten verschieben sich, die Taktdichte auf einigen Verbindungen nimmt deutlich zu, ausführende Eisenbahn-Unternehmen wechseln, auf der wichtigen Fernverkehrslinie 26 wird sogar ein anderer Zugtyp eingesetzt. Und natürlich steigen die Preise. Es kommt also einiges zu, auf Pendler genauso wie auf gelegentlich Fernreisende.

Mit dem Fahrrad in den ICE nach Köln und Stuttgart

Die Deutsche Bahn erweitert Angebot und Platz auf nachfragestarken Routen. Gleich zweimal profitiert der Großraum Frankfurt davon. Die ICE zwischen Düsseldorf, Köln, Frankfurt-Flughafen, Mannheim und Stuttgart fahren jetzt 14-mal pro Tag und Richtung - dreimal mehr als bisher.

Erstmals setzt die Bahn dafür auf der Schnellfahrstrecke Rhein-Main/Köln einige ICE 4 ein. Das überrascht, weil diese neuen Züge mit zwölf Wagen nur Tempo 250 schaffen. Nach der für den nächsten Winter geplanten Ergänzung um einen weiteren angetriebenen Wagen könnten es immerhin 265 Kilometer pro Stunde werden. Zum Vergleich: Die bislang ausschließlich verwendeten ICE 3 sind mit Tempo 300 unterwegs. Doch einige davon werden anderswo dringender benötigt; dazu gleich mehr.

Aus dem Mix der eingesetzten ICE-Generationen ergeben sich unterschiedliche Fahrzeiten. Der schnellste Zug zwischen Düsseldorf und Stuttgart rollt zwei Stunden und 26 Minuten, andere brauchen etwa eine Viertel Stunde länger. Entscheidender Vorteil des ICE 4: Er bietet - wenn auch begrenzt, kosten- und reservierungspflichtig - Platz für Fahrräder. Eine echte Premiere für Ausflügler auf dem schnellen Weg nach Köln/Düsseldorf oder Mannheim/Stuttgart.

Die zweite verbesserte Linie ist die internationale Verbindung vom Frankfurter Hauptbahnhof über Köln und Aachen nach Brüssel. Von April an verkehren die ICE durchgehend im Zweistundentakt - einschließlich einer Spätverbindung nach 20 Uhr in beide Richtungen.

Die 180-Kilometer-Trasse zwischen Köln und dem Rhein-Main-Gebiet ist eine der wichtigsten Strecken im gesamten Netz der Bahn - was sich zeigte, als der Brand eines ICE und die wochenlangen Reparaturarbeiten die Strecke blockierte. Die Gleise sind das Bindeglied zwischen Süddeutschland und dem Ruhrgebiet, den Niederlanden und Belgien.

Fünf ICE-Sprinter zwischen Berlin und München

Die Bahn schreibt weiter an ihrer größten Erfolgsgeschichte der jüngsten Zeit: der Verbindung von Berlin und München über die Schnellfahrstrecke durch den Thüringer Wald. Die „VDE 8“ ließ vor einem Jahr die Fahrzeit von sechs auf rund vier Stunden im Sprinter sinken. Normale ICE mit häufigeren Stopps brauchen knapp viereinhalb Stunden. Folge: Die Zahl der Reisenden verdoppelte sich auf 4,4 Millionen - und übertraf damit alle Erwartungen.

Zum Fahrplanwechsel nehmen zwei weitere Sprinterzüge diese Route mit Zwischenhalten nur in Halle, Erfurt und Nürnberg. Insgesamt gibt es damit fünf Vier-Stunden-Verbindungen, gefahren von den schnellen ICE 3 mit Tempo 300. Hier entsteht der zusätzliche Bedarf für die Fahrzeuge. Die Standard-Verbindungen fahren jetzt ICE 4, frisch eingetroffen vom Hersteller, und mit mehr Sitzen als die bisher verwendeten ICE T. Insgesamt stehen pro Tag 3000 Plätze mehr bereit.

Intercity-Line durch Hessen wird ersetzt mit ICE

Die ICE T wiederum sind jetzt in Hessen zu sehen - auf der Fernverkehrslinie 26 von Karlsruhe nach Stralsund, die auch Bensheim, Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Marburg und Kassel streift. Bisher fahren dort Intercity-Züge. Die Umstellung wird vor allem für Pendler teuer, weil es keine ICE-Ergänzungstickets zu Zeitkarten der Verkehrsverbünde oder zu Jobtickets gibt. Und: Die ICE-Monatskarten beinhalten nicht Straßenbahnen oder Busse am Start- oder Zielort. Übergangsweise gelten die IC-Aufschläge bis Ende März auch im ICE.

Die Deutsche Bahn wirbt mit mehr Komfort, mit WLAN und Bordrestaurant. Schneller als die IC sind die ICE zumindest auf den hessischen Abschnitten nicht. Und größer auch nicht unbedingt. Die sieben Wagen der Baureihe 411 umfassen 359 oder 376 Plätze; ein IC mit acht Wagen kommt auf etwa hundert Sitze mehr. Auch für Fahrradfans wird's deutlich enger: Drei Stellplätze (bisher: 16) sind vorgesehen - aber erst Mitte nächsten Jahres, wenn alle siebenteilige ICE T entsprechend umgebaut sind. 

ICE „Pfälzer Wald“ verbindet die Bergstraße mit Berlin

Eine interessante Verlängerung erhält der ICE „Pfälzer Wald“: Er fährt jetzt morgens von Saarbrücken aus unter anderem über Kaiserslautern und Neustadt an der Weinstraße weiter über Mannheim, Bensheim, Darmstadt und Frankfurt sowie Erfurt und Halle bis nach Berlin. Bislang war in Dresden Schluss. Damit bekommen die Bergstraße und die Pfalz einen direkten Weg in die Hauptstadt, wo der Zug gegen 13 Uhr ankommt. In der Gegenrichtung startet der ICE gegen 17 Uhr.

Bauarbeiten auf der Schnellfahrstrecke nach Berlin

Diese Route aus Hessen über Erfurt nach Berlin wird vom Sommer an für sechs Monate oft besser sein als der Weg über Hannover. Grund dafür sind Bauarbeiten an der dortigen 27 Jahre alten Schnellfahrstrecke bis Göttingen. Die Bahn erneuert Gleise, Weichen, Schotter, aber auch die Oberleitungsmasten sowie die Strom- und Sicherungstechnik.

ICE und Intercity-Züge nehmen dann im Leinetal die alte Strecke. Das dauert eine halbe Stunde länger als üblich; die veränderten Zeiten sind bereits in den Fahrplan eingearbeitet. Weil auf der Umleitung weniger Platz ist, fallen zudem Verbindungen aus. Die Arbeiten sind geplant für die Zeit vom 11. Juni bis 14. Dezember. Sie betreffen auch Fernzüge nach Hamburg.

Regional-Express zwischen Frankfurt, Darmstadt und Mainz

Viele Veränderungen gibt es im Rhein-Main-Gebiet. Am meisten tut sich im Dreieck der Großstädte Frankfurt, Darmstadt und Mainz. Zwischen Darmstadt und Frankfurt wird der Halbstundentakt des Main-Neckar-Ried-Expresses ausgeweitet bis spät in den Abend. An Sonntagen fährt hier jetzt auch die S-Bahn halbstündlich. 

Zwischen Mainz und Frankfurt sind jetzt zusätzliche Regionalzüge unterwegs, die über die westliche Rheinstrecke von Worms her anrollen. Sie stoppen nur zweimal, in Hochheim und Frankfurt-Höchst. Zusammen mit den über Frankfurt-Flughafen verkehrenden Linien können Fahrgäste tagsüber zwischen mindestens zwei Expressfahrten pro Stunde wählen.

Insgesamt findet die DB-Fahrplanauskunft zwischen 7 und 9 Uhr an einem Werktag elf Verbindungen von Frankfurt nach Mainz. Es fährt so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann: die S-Bahn, Regionalexpresse nach Mainz, Koblenz und jetzt auch Mannheim und Saarbrücken, Intercitys auf ihrem Weg in Richtung Norden entlang des Rheins und die ICE aus Ostdeutschland nach Wiesbaden.

Zwischen Wiesbaden, Mainz und Darmstadt übernimmt die Hessische Landesbahn den Betrieb von der DB Regio. Die neuen Züge vom Typ Coradia Continental bieten Platz für 400 Reisende, was eine deutliche Steigerung bedeutet, und kostenloses WLAN. Sie kommen werktags durchgängig alle halbe Stunde. Im weiteren Verlauf der Strecke nach Aschaffenburg fahren ebenfalls mehr Züge, insbesondere auch abends.

Einen dichteren Takt bekommen neben den S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet auch die Netze in Berlin, Stuttgart und Hamburg.

Frankfurter Bahnen auf neuen Wegen

Im Stadtgebiet von Frankfurt nehmen einige Straßenbahnen neue Routen. Die Linie 14 fährt jetzt, aus Bornheim kommend, über die Altstadt und den Hauptbahnhof ins Gallus. An der Galluswarte biegen die Züge ab auf reaktivierte Gleise zur Kleyerstraße. Dabei passieren sie die Haltestellen Kriegkstraße, Ordnungsamt und Gallus-Gustavsburgplatz.

Die Linie 18 pendelt zwischen Preungesheim, Konstablerwache und Sachsenhausen (Lokalbahnhof, Südbahnhof, Bahnhof Louisa) – im Berufsverkehr alle siebeneinhalb Minuten. Damit sind auf der Altstadtstrecke und auf der Mainzer Landstraße drei Straßenbahnlinien unterwegs.

Im Westen Frankfurts tauschen die U-Bahn-Linien U6 und U7 ihre Linienäste: Die U6 fährt vom Industriehof nach Hausen (statt zur Heerstraße), die U7 zur Heerstraße (statt nach Hausen). Als Grund führt der RMV unter anderem das Nachtlinienkonzept an, in das die U7 als Linie durch die gesamte Stadt eingebunden sei.

Nachtverkehr in Frankfurt am Wochenende im Halbstundentakt

Ausgeweitet wird der Nachtverkehr in den Nächten vor Samstagen, Sonn- und Feiertagen. Auf den Linien U4 (Bockenheimer Warte - Seckbacher Landstraße), U5 (Hauptbahnhof - Preungesheim), U7 (Heerstraße - Enkheim) und U8 (Südbahnhof - Nieder-Eschbach) fahren die Züge im Halbstundentakt bis in den Morgen. Gleiches gilt für die Straßenbahnen der Linien 11 (Höchst - Fechenheim), 12 (Schwanheim - Konstablerwache), 16 (Ginnheim - Offenbach-Stadtgrenze) und 18 (Konstablerwache - Gravensteiner Platz).

Auch die Nachtbusse verkehren in Frankfurt und der Region an Wochenenden öfter - und zwar jetzt angepasst an den im August erweiterten nächtlichen S-Bahn-Verkehr.

Damit hat der RMV nach und nach, aber konsequent einen Nachtverkehr geschaffen, der für eine mobile Metropolregion wie Rhein-Main angemessen ist - und der sich auch im bundesweiten Vergleich mehr als sehen lassen kann.

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