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Darmstadt-Dieburg Für Streckenreaktivierung und Doppelstöcker

Das im vorigen Jahr gegründete Regionale Schienenbündnis hat ein Infrastruktur- und Fahrplankonzept für die Odenwaldbahn und die Gersprenztalbahn vorgestellt.

Odenwaldbahn Richtung Pfungstadt
Das Bündnis fordert anstatt der derzeitigen Züge Doppelstockwagen auf der Odenwaldbahn. Foto: Monika Müller

Das „Regionale Schienenbündnis Darmstadt-Dieburg“, das sich für die Förderung des öffentlichen Bahnverkehrs in der Region einsetzt, hat ein Infrastruktur- und Fahrplankonzept für die Odenwald- und die Gersprenztalbahn vorgestellt.

Nach den Worten von Bündnissprecher Uwe Schuchmann soll das 36-seitige Konzept mit dem Titel „123 Kilometer Zukunft“ einen „Beitrag zur kurz-, mittel- und langfristigen Zukunft der Gersprenztalbahn und Odenwaldbahn“ leisten. Die Kilometerangabe bezieht sich auf die 88 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Eberbach und Hanau, die 32 Kilometer lange Bahnverbindung zwischen Darmstadt und Wiebelsbach und die drei Kilometer lange Strecke der Gersprenztalbahn zwischen Groß-Bieberau und Reinheim. Auf der Strecke, wo einst das „Odenwälder Lieschen“ fuhr, wurde im Frühjahr 1964 der Personenverkehr eingestellt. Seit November 2005 ruht auch der regelmäßige Güterverkehr auf der Strecke der Gersprenztalbahn.

Kurzfristig wünscht sich das Schienenbündnis, dem neun lokale Gliederungen von Verbänden und Gewerkschaften sowie Bernd Rohrmann, der Vorsitzende des Fahrgastbeirats der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation (Dadina) angehören, die Sicherung der Gersprenztalbahn zwischen Groß-Bieberau und Reinheim und deren Aufnahme in das Reaktivierungsprogramm des Landes noch in diesem Jahr.

Auf der Odenwaldbahn sollen nach den Vorstellungen des Bündnisses 2019 montags bis freitags Taktlücken beseitigt und an den Wochenenden eine Taktverdichtung erreicht werden. Zudem sollen möglichst schon im nächsten Jahr zusätzliche Triebwagen und Doppelstockwagen für ein erhöhtes Sitzplatzangebot sorgen.

Mittelfristig – deutlich vor 2027 – fordert das Bündnis eine Reaktivierung der Gersprenztalbahn für den Personenverkehr und mit koppelbaren Zügen Direktfahrten zwischen Groß-Bieberau und Frankfurt in weniger als einer Stunde. Für solche „Flügelzüge“ nach Groß-Bieberau müssten die Bahnstrecke saniert und die Signaltechnik am Bahnhof Reinheim modernisiert werden. Eine Modernisierung und einen barrierefreien Ausbau fordert das Bündnis auch für den Hanauer Hauptbahnhof und den Darmstädter Nordbahnhof sowie für die Stationen Hetschbach, Hetzbach, Kailbach und Schöllenbach.

Bis spätestens 2027 sollte zudem ein fahrplanbasierter Ausbau der Infrastruktur für einen Halbstundentakt nördlich von Erbach und ein sogenannter Stadt-Land-Bahn-Betrieb zwischen Groß-Bieberau und der Darmstädter Innenstadt eingerichtet werden.

Zudem wird ein täglicher Halbstundentakt für alle größeren Orte mit günstig gelegenen Haltestationen sowie für die Station in der Nähe des Campus Lichtwiese der Technischen Universität Darmstadt angestrebt.

Schon im vorigen Jahr hatte der Dadina-Vorstand der vom Schienenbündnis favorisierten Kombi-Bahn eine Absage geteilt. So sei bereits in einem Gutachten ein solches Verkehrsangebot und deren Machbarkeit als „nicht realisierbar und nicht sinnvoll“ bewertet worden. Deshalb habe auch die Verbandsversammlung der Dadina Ende 2016 einstimmig beschlossen, das Vorhaben nicht weiter zu verfolgen.

Dadina-Geschäftsführer Matthias Altenhein sagte der FR, eine vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) in Auftrag gegebene Studie werde auch bewerten, ob es realistisch sei, die Strecke zwischen Groß-Bieberau und Reinheim zu reaktivieren. Die vorgeschlagene Stadt-Land-Bahn sei „keine Lösung“. Priorität sollte der Ausbau der Odenwaldbahn haben. Den Einsatz von Doppelstockwagen halte der RMV wegen des Gewichts der Wagen und der derzeitigen Länge der Bahnsteige kurzfristig für „nicht umsetzbar“.

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