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Bockenheim und Ginnheim Stadt prüft Ausbau der U4

Zwischen Ginheim und Bockenheim könnte eine neue U-Bahn-Verbindung entstehen. Eine Studie zu zwei Varianten soll bis zu diesem Sommer fertig sein. Die Baukosten sollen rund 150 Millionen Euro betragen.

Von der Bockenheimer Warte aus könnte die U 4 bis Ginnheim verlängert werden. Foto: Rolf Oeser

Die Stadt könnte eine neue U-Bahn-Verbindung bekommen – zwischen Bockenheim und Ginnheim. Zwei mögliche Trassen lässt der Magistrat derzeit prüfen. Bis Sommer will er das Ergebnis der Potenzialstudie vorstellen.

Neu ist die Idee nicht. Schon in den 1970er Jahren standen die Pläne für eine Verbindung des Uni-Campus in Bockenheim mit dem schon damals absehbaren Campus auf dem Riedberg zur Diskussion. 2004 beschlossen die Stadtverordneten die sogenannte D-Strecke mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP. 172,5 Millionen Euro sollte die Verlängerung der U4 kosten. Die Grünen liefen dagegen Sturm. Denn die U-Bahnlinie wäre auf derselben Trasse wie die Straßenbahnlinie 16 verlaufen, was deren Ende bedeutet hätte. Eine Bürgerinitiative und die Grünen setzten sich gemeinsam für den Erhalt der Linie 16 ein.

Mit dem Regierungswechsel 2006, der zur schwarz-grünen Koalition führte, kam das Aus für den „D II“ genannten Teil der Strecke. Stattdessen erschloss die Stadt den Riedberg über die A-Strecke, auf der die Linien U1 bis U3 fahren. Seit Dezember 2010 ist der Riedberg mit der U8 und U9 erreichbar.

Die Initiative Ginnheimer Kurve versucht weiterhin, die U-Bahn-Verbindung von Bockenheim nach Ginnheim zu retten. Ihre Pläne prüft die Stadt nun, als eine von zwei Varianten. Die Initiative schlägt vor, den Tunnelstumpf der U4 an der Bockenheimer Warte entlang der Zeppelinallee fortzuführen. Der Tunnel böge dann in Kurvenform in Richtung Nordosten ab und endete in der unterirdischen U-Bahnstation Uni-Campus Westend. Unter der Miquelallee hindurch würde die Trasse am Zaun der Bundesbank an die Oberfläche gelangen, erläutert Lutz Meißner von der Initiative. Eine oberirdische Station Bundesbank würde folgen.

Weiter verliefe die Strecke in der Mitte der breiten Platenstraße und bände die Platensiedlung an. „Bisher ist das ein weißer Fleck im Nahverkehr“, sagt Meißner. Die Trasse würde an der U-Bahnstation Ginnheim enden, wo die U4 auf die U1 und U9 träfe.

Die Kosten für rund 1200 Meter Tunnel, den Gleisbau und drei neue Stationen schätzt Meißner grob auf 150 Millionen Euro. „Zehntausende Studenten und Anwohner würden an den Nahverkehr angebunden und die Platensiedlung profitierte erheblich“, führt er aus.

Die Stadt prüft noch eine zweite Variante. Sie sieht vor, die hochliegende Rosa-Luxemburg-Straße auf Bodenniveau zu bringen und die U4 in ihrer Mitte verlaufen zu lassen. Das Architektenbüro Albert Speer und Partner hatte das schon 2010/2011 untersucht. Von der Bockenheimer Warte kommend gäbe es eine erste U-Bahnstation Grüneburgpark südlich des Miquelknotens. Danach verliefe die U-Bahn weitgehend oberirdisch in der Mitte der tiefergelegten Neuen Rosa-Luxemburg-Straße, deren Straßenverlauf leicht anzupassen wäre.

Auf der 32 Meter breiten Straße gäbe es dann auf beiden Seiten Platz für Fußgänger, Parkplätze, Radfahrer, zwei Fahrspuren, und die U 4 in der Straßenmitte. Neue Stationen wären am Europaturm und der Platenstraße (Rosa-Luxemburg-Platz). Der Vorteil: Die raumtrennende Wirkung der Rosa-Luxemburg-Straße wäre aufgehoben, die Kosten einer Straßensanierung gespart. Allerdings würden Fahrzeuge und U4 auf Erdniveau fahren, was Anwohner mit Schall und Erschütterungen belasten könnte.

Das Verkehrsdezernat hält sich bedeckt, welche Variante ein Favorit sein könnte. „Wir warten die Ergebnisse der Potenzialstudie ab“, sagt Beate Menger, persönliche Referentin von Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne).

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