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Bike-Night Radfahrer fordern mehr Platz in Frankfurt

Vom Radentscheid beflügelt beteiligen sich 2500 Teilnehmer an der Bike-Night des ADFC in Frankfurt. Sie setzen sich für die Verkehrswende in Frankfurt ein.

ADFC-Bike-Night
Die Route ist in diesem Jahr 16 Kilometer lang. Foto: Rolf Oeser

Ein Meer aus leuchtend gelben Westen, überall Lichterketten und Blumengirlanden an den Lenkstangen und in den Speichen: Dieses farbenfroh-fröhliche Bild bietet sich am Samstagabend auf dem Römerberg. Rund 2500 Radfahrer sind mit ihren geschmückten Rädern vor das Rathaus gefahren, um an der achten Bike-Night teilzunehmen. Die nächtliche Demonstration für die Frankfurter Verkehrswende steht in diesem Jahr unter dem Motto „Mehr Platz für Radler – nicht nur heut‘ Nacht“.

Um kurz vor acht wird noch schnell eine Stärkung eingenommen: Eine Gruppe verputzt Wraps, einer knabbert genüsslich an einem Apfel, zwei Frauen puschen sich mit Kaffee. Sie alle beziehen heute Stellung. Die vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) verteilten Schilder, die fast alle Demonstranten zusätzlich zum Blumen- oder Lichterschmuck an den Lenkstangen oder den Gepäckträgern anbringen, enthalten Parolen wie: „Der Weg in die Zukunft ist ein Radweg“.

„Die Situation für Fahrradfahrer in Frankfurt ist in den letzten Jahren schon etwas besser geworden“, freut sich Teilnehmer Jürgen Reusch über die bisherigen Erfolge der Bürgerinitiativen. Er verweist auf den Radentscheid: Fast 40.000 Unterschriften für die Verbesserung des Radverkehrs in Frankfurt sind bislang zusammengekommen. „Das ist gut, aber zu einer wirklich fahrradfreundlichen Stadt fehlt noch ein bisschen was“, findet er.

Insbesondere die vier tödlich verunglückten Radfahrer im August machten das einmal mehr deutlich. „Deshalb bin ich hier“, sagt Ella Sauer, die samt Wocheneinkäufen im Fahrradkorb und in den Satteltaschen dazugestoßen ist, als sie zufällig von der Aktion erfahren hat. Sie war erst kürzlich in der Fahrradhochburg Münster. „Da klappt das mit dem Platz für die Radfahrer schließlich auch ganz toll – und unfallfrei“, meint sie.

Weitere überdachte Radparkanlagen

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling kommt in seiner Eröffnungsrede vor dem Römer ebenfalls auf die Unfalltoten zu sprechen. Er will durchsetzen, dass die Kurt-Schumacher-Straße, wo Anfang August ein 60-jähriger Radfahrer von einem Lastwagen erfasst wurde, künftig einspurig geführt und stattdessen um einen Radweg erweitert wird. Außerdem soll der Fahrradweg in der Friedberger Landstraße ausgeweitet und durchgängig angelegt werden. Erfreuliche Nachrichten für die Biker, auch, dass Frankfurt bis Ende der Wahlperiode eine flächendeckende Fahrradbeschilderung sowie weitere überdachte Radparkanlagen, unter anderem in Niederrad, Preungesheim oder am Südbahnhof, erhalten soll. Die Demonstranten begrüßen die Neuigkeiten mit lautstarken Klingel- und Klatschkonzerten.

Und dann geht’s los: 16 Kilometer misst die Route in diesem Jahr. Ab dem Römer radeln die Teilnehmer gen Main über die Alte Brücke ans Sachsenhäuser Ufer, wo wie immer vom Straßenrand aus kräftig mitgefiebert wird. Weiter rollt der Korso über die Untermainbrücke durchs Gutleutviertel, entlang der Mainzer Landstraße bis zur Rebstöcker Straße und zur Zwischenkundgebung ins Europaviertel, wo es noch einmal um die Verbesserung der Radverkehrinfrastruktur geht. „40.000 Unterschriften beim Bürgerbegehren zum Radentscheid, das kann die Politik einfach nicht ignorieren“, sagt Bike-Night-Organisator Bertram Giebeler (ADFC).

Nach dem Zwischenstopp führt die Route ein kurzes Stück über die Autobahn 648, wo die Teilnehmer auf gerader Strecke bis zum Messekreisel mal so richtig durchstarten können. Ab dem Verkehrsknoten geht es weiter ins Bahnhofsviertel und durch den Theatertunnel zurück zum Römerberg. Die Letzten trudeln gegen 23 Uhr am Zielpunkt ein. „Die Bike-Night ist neben dem Spaß am Radfahren einfach eine wichtige Sache, die man jedes Jahr unterstützen sollte“, findet Teilnehmerin Ilona Wietschorke.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Radfahren in Frankfurt und Rhein-Main

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