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Bahnverkehr Rolltreppen stehen still

An vielen S-und U-Bahnstation stehen die Rolltreppen derzeit still. Das liegt am Winter. So kalt ist der zwar nicht. Doch auch der gestreute Splitt und Frost machen den Förderbändern zu schaffen.

Immer wieder ein Ärgernis: defekte Rolltreppen. Foto: Andreas Arnold

Oh nein, jetzt ist die Rolltreppe schon wieder kaputt“. Mit ihren beiden Kindern, eines davon im Kinderwagen, steht die Mutter am Bahnsteig der S-Bahn-Station Galluswarte. Schaut sich hilfesuchend um.

An vielen S-und U-Bahnstation stehen die Rolltreppen derzeit still. Das liegt am Winter. So kalt ist der zwar nicht. Aber wenn es doch mal Eis regne wie vor einer Woche, dann rücke die FES aus und streue auf den Gehwegen Splitt, sagt der Sprecher Michael Werner. Der Splitt bleibt an den Schuhsohlen haften und gelangt so auf die Rolltreppen in den Stationen. Prompt stehen die still.

Handlauf wird kalt

„Die Teilchen setzen sich in das Stufenband“, erklärt VGF-Sprecher Bernd Conrads. In „ungünstigen Fällen“ komme es dazu, dass sich ein Steinchen verkeile. Die Rolltreppe schalte ab. Um die Passanten und sich selbst zu schützen. Eine kaputte Stufe zu ersetzen, koste bis zu 800 Euro, so Conrads. Eine Schraube, die ins Getriebe gerate, könne in kürzester Zeit Schäden von bis zu 10 000 Euro verursachen.

Aber nicht nur Splitt, auch die Temperatur wirkt sich auf die Fahrtreppen aus. Je kälter es wird, desto starrer wird der Handlauf aus Gummi. Der bewege sich dann langsamer als der Rest der Rolltreppe. Wieder ein Grund fürs Abschalten. „In den meisten Fällen sind die Fahrtreppen aufgrund äußerer Einflüsse gestört“, weiß Conrads.

Informationen lückenhaft

Einen Überblick über gestörte Rolltreppen gibt es auf der Internetseite der VGF (unter Fahrgastinfo/Informationsmodule). Dort steht, dass Fahrtreppen in der U-Bahn-Station Bornheim Mitte bis Ende April stillstehen, am Zoo noch bis 5. Februar. Als Grund wird „technischer Defekt“ genannt. Dass eine der Rolltreppen in der Station Kirchplatz nicht funktioniert, steht dort nicht.

Auch der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) veröffentlicht nicht die Ausfälle von Rolltreppen. Auf der Internetseite des Verbunds steht nichts über die blockierte Rolltreppe an der S-Bahn-Station Galluswarte, wo die Mutter mit den Kindern wartet. „Wir sind nur so gut wie die Daten, die wir bekommen“, sagt der Sprecher Sven Hirschler. Der RMV sei bemüht – gemeinsam mit der Deutschen Bahn, die die S-Bahn-Stationen betreibt –, Infos über die Barrierefreiheit an die Kunden weiterzureichen. „Wir sehen da Verbesserungsbedarf“, so Hirschler.

Bedarf sieht auch die SPD-Fraktion im Römer. Sie fordert per Antrag, dass VGF und Bahn die „Betriebszustände von Aufzügen und Rolltreppen“ ins Netz stellen sollten. Die Bahn habe das in Stuttgart vor. Frankfurt solle gleichziehen. Die Mutter von zwei Kindern hat übrigens Glück. Eine Passantin hilft beim Tragen.

Informationen über gestörte Rolltreppen nimmt der RMV entgegen, rund um die Uhr, per Telefon unter der Service-Nummer 069 / 242 480 24.

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