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Bahnverkehr in Frankfurt Fernbahntunnel - kommt Frankfurt 21?

Ein Tunnel zwischen Offenbach-Stadtgrenze bis Frankfurter Hauptbahnhof und weiter nach Frankfurt-Niederrad - Berlin verspricht Milliarden für Bahnprojekte, von denen seit Langem nichts mehr zu hören war. Auch die nordmainische S-Bahn wird angeschoben.

S-Bahntunnel in Frankfurt
Neben dem S-Bahn-Tunnel könnte es auch mal einen Tunnel für Fernzüge geben. Foto: Renate Hoyer

Für den Ausbau des Nah- und Fernverkehrs rund um Frankfurt stellt die Bundesregierung in den kommenden Jahren mehr als 5,5 Milliarden Euro bereit. Wie Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Dienstag mitteilte, wird der „Knoten Frankfurt“ als eines von 29 Schienenprojekten  in Deutschland in den „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans 2030 hochgestuft. Vormals war der Schienenknoten in der niedrigeren Kategorie „potenzieller Bedarf“. 

Allein für den Bau der nordmainischen S-Bahn von Frankfurt über Maintal nach Hanau sind demnach knapp 1,3 Milliarden Euro vorgesehen. „Das ist ein großer Schritt in Richtung Realisierung“, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Ermittelt werden müssten noch die einzelnen Beiträge für den Nah-, Fern- und Güterverkehr. Die drei Bauabschnitte der nordmainischen S-Bahn sind schon in der Planfeststellung.

Als weitere Schienenprojekte mit höchster Dringlichkeit wurden Arbeiten am Bahnhof Frankfurt-Stadion und in Richtung Zeppelinheim genannt. Ausbauten im Raum Aschaffenburg und in Darmstadt-Kranichstein sollen eine Umfahrung Frankfurts mit Güterzügen verbessern. 

Zudem umfasst die Liste einen Fernbahntunnel, der unterirdisch von Offenbach-Stadtgrenze zum Frankfurter Hauptbahnhof und weiter nach Frankfurt-Niederrad führen soll. Fernzüge würden demnach nicht mehr im oberirdischen Kopfbahnhof wenden. Der Fern- und Regionalverkehr am Hauptbahnhof würden getrennt.

Fernbahntunnel als Alternative zum Innenstadttunnel

Dieses Projekt wurde zuletzt um das Jahr 2000 im Zusammenhang mit „Frankfurt 21“ diskutiert. Bei „Frankfurt 21“ sollte die Bahninfrastruktur des Hauptbahnhofs komplett in die Tiefe verlegt werden - dazu kam es aber nie. „Die Idee für den Fernbahntunnel ist gut 20 Jahre alt, aktuelle Planungen gibt es dazu nicht“, sagte Verkehrsdezernent Oesterling. Daher rechne er nicht damit, dass der Bau eines solchen Fernbahntunnels vor 2028 oder 2030 beginnen könne. Der Fernbahntunnel wurde bisweilen auch als Alternative zum zweiten S-Bahn-Tunnel in Frankfurt genannt.

Die Wiederauflage des Fernbahntunnels kommentierte der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) so: „Mit einer solchen Erweiterung hat Zürich sehr gute Erfahrungen gemacht. Gleichwohl ist sehr genau zu prüfen, ob ein solches Projekt in Frankfurt sinnvoll und machbar ist.“ Der oberirdische Hauptbahnhof soll demnach voll erhalten bleiben und für eine Ausweitung des Regional- und Nahverkehrs zu Verfügung stehen. 

Die Frankfurter SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen forderte einen zügigen Beginn der Planungen für die nun möglichen Projekte. Davon profitierten der Fern-, Güter- und Regionalverkehr gleichermaßen. 

Der Obertshausener CDU-Bundestagsabgeordnete Björn Simon teilte mit, die Vorhaben seien nötig, um den Schienenverkehr in der Region flüssiger machen. Der Verkehrsknoten Frankfurt sei im Netz der Bahn mit am stärksten belastet.

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