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Bahnverkehr „Hessen-Express“ zum Airport

34 Minuten dauert bislang eine Bahnfahrt von Wiesbaden zum Frankfurter Flughafen. Diese Fahrtzeit soll in Zukunft mehr als halbiert werden. Möglich machen soll das der sogenannte „Hessen-Express“.

Von Wiesbaden zum Frankfurter Flughafen, und darüber hinaus. In Zukunft soll das ganz fix gehen.

Von Wiesbaden kann man künftig wesentlich schneller als heute mit der Bahn zum Frankfurter Flughafen kommen. Die Fahrtzeit werde nur noch 13 statt 34 Minuten betragen, kündigten der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Bahnchef Rüdiger Grube am Dienstag in Wiesbaden an. Dort hatten sie sich mit Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zum dritten Bahngipfel getroffen.

Für die neue Verbindung muss die „Wallauer Spange“ gebaut werden, damit die Züge von Wiesbaden direkt auf die Neubaustrecke Frankfurt–Köln fahren können. Der Planungsprozess solle in diesem Jahr beginnen, kündigten Al-Wazir und Grube an. Der Bahnchef zeigte sich zufrieden, dass Hessen die notwendige Vorfinanzierung zugesagt habe.

Der sogenannte „Hessen-Express“ würde von Wiesbaden zum Flughafen und weiter zum Frankfurter Hauptbahnhof fahren. Machbar wären aber auch Verbindungen von Wiesbaden nach Darmstadt und Mannheim über den Flughafen.

Minister Al-Wazir wies darauf hin, dass die Neubaustrecke unter oder über der Autobahn A3 geführt werden müsse. Dies könne möglicherweise verwirklicht werden, wenn das Wiesbadener Autobahn-Kreuz umgebaut wird, was ohnehin angedacht sei.

Fortschritte bei Strecke Frankfurt–Mannheim

Derzeit könne man nicht sagen, wann die schnelle Verbindung für Bahnkunden fertig sein könnte, sagten die Beteiligten. „Es ist kein Hexenwerk“, meinte Al-Wazir lediglich. Bouffier fügte an, früher hätten sich manche Planungsprozesse 30 oder 40 Jahre lang hingezogen. Wenn es jetzt schneller gehe als innerhalb von zehn Jahren, sei das „prima“.

Die Beteiligten hatten entschieden, das Projekt wegen seines besonderen Nutzens vorrangig zu realisieren. Bisher war es im Zuge der Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim bearbeitet worden, bei der mit längeren Planungszeiten zu rechnen ist.

Auch für dieses Großprojekt sei man in den Gesprächen „deutlich vorangekommen, nachdem das zehn Jahre brachlag“, sagte Al-Wazir. Man habe dafür „eine spezielle Einheit miteinander gegründet“, ergänzte Grube. Nun solle die vorgezogene Bürgerbeteiligung begonnen werden, das sogenannte „Dialogverfahren“. Damit sammelten das Land und die Bahn bereits Erfahrungen bei der Planung der Strecke Hanau–Würzburg/Fulda.

Bis 2025 barrierefrei

Die Strecke zwischen Frankfurt und Mannheim ist nach Angaben des Bahn-Vorstandsvorsitzenden Grube „die meistbefahrene Schienenstrecke in ganz Deutschland“. Al-Wazir zeigte sich daher auch sicher, dass das Ausbauprojekt in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird, der in den nächsten Wochen beschlossen werden soll.

Beim Bahngipfel wurde weiter über die Modernisierung der Bahnhöfe gesprochen. Landesregierung und Bahnvertreter einigten sich darauf, dass bis 2025 möglichst alle Bahnhöfe in Hessen barrierefrei werden sollten, so dass alte und behinderte Menschen besseren Zugang bekommen. An den Kosten dafür beteiligt sich das Land. Derzeit seien lediglich zwei Drittel der Bahnhöfe frei von Barrieren, berichtete Al-Wazir. Nun habe man „erstmals eine Jahreszahl vereinbart“, für die hundert Prozent angestrebt werden.

Bouffier warb bei der Bahn dafür, in den Ausbau der hessischen Strecken zu investieren. Da ein Großteil des deutschen Verkehrs durch Hessen verlaufe, nützten „Lösungen, die wir hier bekommen“, der Bahn „weit über Hessen hinaus“. Wenn insbesondere der Verkehr am Bahnknoten Frankfurt zügiger abgewickelt werden könne, „dann bringt das einen Nutzen für das ganze Land“, sagte der Ministerpräsident.

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