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Bahnstrecke Friedberg - Frankfurt Pläne für die Bahnhöfe

Die Bahnstrecke zwischen Friedberg und Frankfurt wird ausgebaut. Die neue Station Ginnheim bleibt weiterhin umstritten.

24.01.2017 20:39
Jan Klauth
Alles andere als ein schöner Anblick: die S-Bahn-Station Frankfurt-Eschersheim. Foto: Christoph Boeckheler

Die Bauarbeiten zum viergleisige Ausbau der Bahnstrecke zwischen Friedberg und Frankfurt nehmen jetzt Fahrt auf. Bereits begonnen haben die noch bis Ende Februar dauernden Grünarbeiten auf der Strecke zwischen Bad Vilbel und Frankfurts Westbahnhof; rund um die Gleise lässt die Bahn seit vergangener Woche roden, um die Erweiterung der Gleise vorzubereiten. Für den Ausbau wurde nun eine eigene Webseite freigeschaltet, auf der bisher die Planungen für die bestehenden Haltestellen dargestellt sind.

Der eigentliche Ausbau der Strecke soll für den ersten Bauabschnitt (Frankfurt Westbahnhof bis Bad Vilbel) im zweiten Halbjahr 2017 beginnen. Ein konkreteres Datum konnte die Bahn bisher nicht nennen; die Fertigstellung ist für Dezember 2022 geplant. Ziel: Die S-Bahn-Linie 6 schneller und im 15-Minuten-Takt fahren zu lassen; Fern- und Güterzüge sollen die anderen beiden Gleise separat nutzen.

Besonders die Haltestelle Eschersheim und die geplante Haltestelle Ginnheim beschäftigen Ortsbeirat und Anwohner seit Jahren. Nun legt die Bahn ihre Pläne auf einer eigens eingerichteten Webseite offen – zumindest für die bereits existierenden Bahnhöfe.

So sollen beispielsweise in Eschersheim die Außenbahnsteige zurückgebaut werden und unter der Maybachbrücke ein sieben Meter breiter Inselbahnsteig errichtet werden. Auf diesen sollen Fahrgäste zukünftig über zwei Treppen von beiden Seiten der Maybachbrücke gelangen; der bestehende Zugang über das Empfangsgebäude soll komplett verschwinden. Das würde auch das Aus für die marode Treppe bedeuten, über die Passagiere bisher auf den Bahnsteig gelangten. Für deren Restaurierung machte sich bislang vor allem die FDP im zuständigen Ortsbeirat stark; der jetzige Anblick der Station Eschersheim sei ein „Schandfleck fürs Stadtbild“, so Fraktionsvorsitzender Klaus Funk.

Was mit dem Gebäude selbst passieren soll, lässt die Bahn bisher offen. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte allerdings dessen Veräußerung an einen Investor. Klarheit herrscht hingegen nun über die angrenzende Fußgängerbrücke am ehemaligen „Batschkapp“-Gelände: Sie soll abgerissen und an gleicher Stelle wiederaufgebaut werden – mit verlängerter Spannweite.

Schon seit Jahren formiert sich Protest

Schon seit Jahren formiert sich vor allem in Ginnheim Protest gegen die Pläne der Bahn; zwei Bürgerinitiativen setzen sich gegen den Bau eines neuen S-Bahnhofs im Stadtteil ein. Diesen will die Bahn nämlich nicht am jetzigen Standort an der Kreuzung Rosa-Luxemburg-Straße und Ginnheimer Landstraße errichten, sondern sieht dafür eine Fläche weiter nordwestlich vor – auf dem Areal nahe dem Volkspark Niddatal und dem Ginnheimer Wäldchen.

Der neue Bahnhof soll die beiden U-Bahn-Linien 1 und 9 sowie die S-Bahn zusammenführen; der Stopp der Straßenbahn aber bleibe am jetzigen Standort erhalten, bestätigte ein Sprecher der Bahn.

Über den geplanten Bahnhof in Ginnheim gibt allerdings auch die neue Bahn-Webseite keine Auskunft; dieser ist „noch nicht Teil des Bauprojekts“, so ein Konzernsprecher. Hier laufe seit mehreren Jahren ein gesondertes Verfahren auf Bundesebene, bisher sei allerdings noch keine Baugenehmigung erteilt worden.

„Wann wir das Okay zum Baubeginn bekommen, ist noch nicht absehbar“, so der Sprecher. Daher gäbe es auch zum genauen Standort und der Größe noch keine Angaben. Ob der Bahnhof bis 2022 fertiggestellt werden könnte, sei daher noch fraglich.

Präziser informiert die neue Webseite über den Ausbau rund um die Station Frankfurter Berg: Dessen Bahnsteig am Empfangsgebäude soll zurückgebaut werden und ein zusätzlicher Zugang von der Homburger Landstraße entstehen. Eine neue Überführung für Fußgänger und Radfahrer soll den Bahnhof außerdem mit der neu entstehenden Endhaltestelle der U5 verbinden.

Der Ausbau ist Teil des Infrastrukturentwicklungsprogramms Frankfurt-Rhein-Main Plus, das vom Land Hessen, der Stadt Frankfurt, dem Rhein-Main-Verkehrsbund und der Deutschen Bahn getragen wird – die Kosten belaufen sich momentan auf über 320 Millionen Euro. Die Pläne bis ins Jahr 1998 zurück.

Informationen gibt es im Internet unter www.s6-frankfurt-friedberg.de

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