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Autobahndreieck Erlenbruch Unterricht leidet unter Autobahnbau

An der Charles-Hallgarten-Schule werden die zulässigen Lärmgrenzwerte überschritten. Schuld daran sind die Bauarbeiten zum Autobahndreieck Erlenbruch, die vor Kurzem in der unmittelbaren Nachbarschaft der Schule begonnen haben.

Flugblätter gegen Baulärm für die Schüler der Charles-Hallgarten-Schule in Frankfurt-Bornheim. Foto: Andreas Arnold

Schüler und Lehrer der Charles-Hallgarten-Schule am Bornheimer Hang sind dem Lärm der Baustelle am entstehenden Autobahndreieck Erlenbruch ungeschützt ausgesetzt. Denn nicht weit entfernt dröhnen Bohrer und Schlagramme für den Einbau von Spundwänden. Laut einer Probemessung im Mai, die an der Schule durchgeführt wurde, werden die Grenzwerte um 24 Dezibel überschritten. Die Bürgerinitiative gegen den Bau des Riederwaldtunnels hatte die Messungen in Auftrag gegeben. Bislang gebe es keine Pläne zu Lärmschutzmaßnahmen.

Schulleiter Christoph Kleemann, das Kollegium und die Schüler leiden unter dem Baulärm. „Wir hören das Geräusch den ganzen Tag, gerade in einer Förderschule brauchen wir aber Ruhe zum Arbeiten“, sagt Kleemann. Von der Baubehörde Hessen Mobil sei niemand auf die Schule zugekommen. Weder seien sie informiert worden, dass die Arbeiten beginnen, noch wüssten sie, wie lange sie dauerten. Ein Lärmschutz wäre sehr wichtig. Ingenieur Hinrich Rottmann, der die Messungen durchgeführt hat, schlägt eine Schalldämmfolie an der Schule, leisere Bohrtechniken oder eine Lärmschutzwand an der Baustelle vor.

Ortsbeirat fordert Einhaltung der Grenzwerte

Der zuständige Ortsbeirat 4 fordert nun die Stadt auf, dafür zu sorgen, dass die Lärmgrenzwerte ab sofort bis zum Ende der Bauzeit für die Hallgarten-Schule und umliegende Kindergärten eingehalten werden. Sie unterstützt damit mehrheitlich einen Antrag der Linken. „Unsere schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet“, sagt Antragssteller Volker Marx.

Die Messergebnisse seien gravierend. Bereits bei einer Grenzüberschreitung von fünf Dezibel bestehe Handlungsbedarf, und aktive Schallschutzmaßnahmen seien nötig. „Gerade öffentliche Einrichtungen müssen geschützt werden“, sagt Darius Shafiei (SPD), Kinderbeauftragter im Ortsbeirat.

Am Donnerstag verteilten Mitglieder des Ortsbeirats und der Bürgerinitiativen Flugblätter an der Charles-Hallgarten-Schule. Darauf wenden sie sich an Schüler, Lehrer und Eltern, mit Daten und Unterstützung gegen den Baulärm vorzugehen. Die Schüler sind noch skeptisch. „Wir können nichts machen“, sagt Siebtklässler Daniel (13). Dabei störe ihn der Krach sehr. Auch Klassenkamerad Richie (13) lenkt der Lärm ab. „Ich kann mich schlechter konzentrieren.“ Die Stadt müsse handeln, findet Maximiliane Peikert-Regelien von der Bürgerinitiative Inheidener Straße. Auch die dortigen Anwohner sind von den lauten Baumaßnahmen betroffen.

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