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Autobahndreieck Erlenbruch Riederwaldtunnel kommt später

Die Arbeiten am dreigeschossigen Autobahndreieck Erlenbruch laufen. Doch der Riederwaldtunnel, der den Anschluss der A 66 an die A 661 herstellen soll, wird erst im Jahr 2022 fertig. Das Baubüro wird unterdessen zum Infozentrum für Anlieger und interessierte Bürger.

Die Spundwände liegen zum Einrammen bereit. Dann wird es laut. Foto: Andreas Arnold

Schwarzer Dieselrauch stiebt aus der Schlagramme, die in einer Minute 30 Mal hämmert, bevor sie eine Spundwand im Boden versenkt hat. Rund 600 einzelne Spundwände umschließen die große Baustelle an der Autobahn A 661, wo derzeit das Autobahndreieck (AD) Erlenbruch entsteht. Die Wände stützten die Baugrube, aus der ab kommender Woche die Erde ausgehoben werde, berichtet Alexander Pilz von der hessischen Straßenbaubehörde Hessen Mobil.

Von Überschreitungen des Lärmgrenzwerts beim Einsatz der Schlagrammen wisse er nichts, sagt Jürgen Semmler, der das Projekt Riederwaldtunnel bei Hessen Mobil leitet. Die Messung von Hinrich Rottmann (siehe Text unten) sei nicht an ihn herangetragen worden. Semmler lehnt es ab, die von Hessen Mobil beauftragten Messergebnisse zeitnah im Internet zu veröffentlichen. Diese Daten würden, wenn sie vorlägen, auf Anfrage nachgereicht.

Bis zu acht Spuren

In der 15 Meter tiefen Baugrube errichtet Hessen Mobil bis 2017 das dreigeschossige Autobahndreieck Erlenbruch für rund 25 Millionen Euro. Die A 661 erhält bis zu acht Spuren, von denen je zwei pro Richtung über Rampen zum Riederwaldtunnel führen sollen. Der Tunnel und der Anschluss an die A 66 im Frankfurter Osten entstehen erst von 2017 bis 2022. Die Kosten werden voraussichtlich 320 Millionen Euro betragen. Beim Spatenstich im Jahr 2009 war noch von einem Bauende 2017/2018 die Rede.

Vor dem Erdaushub pumpt Hessen Mobil das Grundwasser aus dem Boden ab und leitet es in einen Abwasserkanal. Auch nach Kampfmitteln werde gesucht, bislang seien aber nur Reste einer Brandbombe aufgetaucht. Mit einem Teil des Erdreichs sollen Lärmschutzwände entlang der A 5 gebaut werden.

Gegen den Autobahnausbau protestieren gestern SPD-Mitglieder des Ortsbeirates 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) und das Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn (AUA) vor dem Baubüro von Hessen Mobil in der Borsigallee 4. Friedhelm Ardelt-Theeck, Sprecher des Aktionsbündnisses, ruft Parolen ins Megafon, unterstützt von Trommeln und Pfeifen. Dann verweist die Straßenbaubehörde die Demonstranten des Hofes.

Es gebe keine Planungs- und Rechtssicherheit für den Bau, weil Klagen anhängig seien, sagt Ardelt-Theeck, der sich grundsätzlich für eine Einhausung der A 661 und A 66 einsetzt. Stephan Zilcher, SPD-Mitglied im Ortsbeirat, fordert mehr Lärmschutz und Transparenz beim Veröffentlichen der Messergebnisse.

Sofortvollzug ermöglicht Baustart

„Wir dürfen bauen, weil es einen Sofortvollzug gibt“, sagt hingegen Heiko Schmitt, der den Bau des Riederwaldtunnels plant. Die Teilstücke, über die das Gericht noch nicht entschieden haben, blieben ausgespart. Der Bau des AD Erlenbruch werde nicht beklagt. Diese Ansicht vertritt auch der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) in einem Schreiben an das Aktionsbündnis. Ardelt-Theeck meint hingegen, das Ministerium habe die Klagen „verschlampt“ .

Das Baubüro von Hessen Mobil soll nach den Sommerferien als Infozentrum offenstehen. Dort gibt es auch ein 3-D-Modell des Riederwaldtunnels zu sehen. Eine Homepage wird dann ebenfalls freigeschaltet. Am Mittwoch, 2. Juli, 19 Uhr, lädt Hessen Mobil zu einem Infoabend in die Heilig-Geist-Gemeinde im Riederwald, Schäfflestraße 19, ein.

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