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ADFC Chicago und Kopenhagen als Vorbilder

Frankfurt hinkt nach Ansicht des ADFC beim Radverkehr hinterher. Chicago und Kopenhagen sollten Vorbilder sein.

Frankfurt hinkt nach Ansicht des ADFC beim Radverkehr hinterher. Foto: dpa

Auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Stadt hinkt Frankfurt hinterher. Das zeigt ein Städtevergleich, etwa mit Chicago in den Vereinigten Staaten. Dorthin ist der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) gereist.

Die Chicagoer Antwort auf die Frage, ob Radfahrer auf der Straße neben Autos oder auf einem getrennten Radweg fahren sollen, sind die „bike lanes“ (Radfahrspuren). Sie sind auffallend grün, baulich vom restlichen Verkehr getrennt, auch durch Betoninseln, damit Autofahrer nicht auf die Idee kommen, auf die Radspur zu wechseln. Neben der Busspur, mit rotem Belag, verlaufen die grünen Radwege kerzengerade durch die Stadt, mittlerweile auf 108 Kilometern.

Autospuren und Parkplätze mussten dafür weichen. Die neu aufgeteilten Verkehrsflächen hätten die Verkehrssituation entspannt, so die Chicagoer Verwaltung. Autofahrer seien langsamer unterwegs und achtsamer gegenüber Radfahrern und Fußgängern.

Die europäische Vorzeigestadt für den Radverkehr ist Kopenhagen. Vier neue Schnellradwege mit grünen Wellen sind dort zuletzt entstanden, bis zu 30 Kilometer lang und so breit, dass Radfahrer überholen können. Ideal für Pendler. Der Radfahranteil liegt in Dänemarks Hauptstadt bei 45 Prozent. Er soll auf 50 Prozent wachsen. Zum Vergleich: In Frankfurt liegt der Anteil gerade mal bei 13 Prozent.

Schnellradwege in weiter Ferne

Es ist nicht so, dass nichts passiert, aber im Vergleich mit den beiden Städten eben wenig. Über Schnellradwege wird auch im Rhein-Main-Gebiet nachgedacht – von Frankfurt zum Flughafen, nach Hanau, nach Darmstadt. Die Umsetzung liegt noch in weiter Ferne.

Derzeit müht sich die Stadt am Lückenschluss-Programm ab, bei dem immer wieder neue Netzlücken entdeckt und dann geschlossen werden. Etwa mit Schutzstreifen, zuletzt am Untermainkai und im Hafentunnel. Im Frankfurter Westen stehen mittlerweile Schilder, die das Radnetz ausweisen. Sie sollen irgendwann im ganzen Stadtgebiet platziert sein.

Ein Fahrradparkhaus ist hinzugekommen, im Süden des Hauptbahnhofs, ein zweites könnte an der Nordseite folgen. Auch stellt die Stadt tausend Fahrradbügel pro Jahr auf.

Die großen Brocken liegen aber noch unbearbeitet da. Über Einfallstraßen wie die Hanauer Landstraße trauen sich nur die Mutigsten zu radeln. Der Hauptbahnhof bietet Radfahrern faktisch keine Möglichkeiten, sich sicher zu bewegen. Wie sich etwas ändern könnte, zeigen Städte wie Chicago und Kopenhagen. Das hat vor allem mit politischem Willen zu tun.

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