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A661 in Frankfurt Streit um Länge des Tunnels

Wie sollte die A661 in Frankfurt eingehaust werden? Das Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn lehnt das 1,3 Kilometer lange Bauwerk über der A661 ab - und macht einen Gegenvorschlag.

A661 in Frankfurt
Deckel drauf, oder nicht. Darüber wird gehörig gestritten. Foto: Monika Müller

Wenn die Autobahn A661 auf sechs Spuren ausgebaut wird, dann muss sie im Tunnel geführt werden, und zwar von der Anschlussstelle Friedberger Landstraße bis Frankfurt-Ost. Dafür kämpft Friedhelm Ardelt-Theeck, Sprecher des Aktionsbündnisses unmenschliche Autobahn (AUA), schon lange.

Eine kürzere Tunnellösung, wie sie derzeit in der Kommunalpolitik diskutiert wird, lehnt er ab. „Dass ausgerechnet der Bereich der Lärmschutzgalerie Seckbach offen bleiben soll, wo es jetzt schon mit 75 bis 80 Dezibel am allerlautesten ist, und noch circa 10 Dezibel dazukommen werden, ist einfach nur skandalös und eine Unverschämtheit gegenüber der betroffenen Bevölkerung“, sagt er.

Die Regierungskoalition aus CDU, SPD und Grünen hatten sich zuletzt darauf geeinigt, eine Einhausung zwischen Friedberger und Seckbacher Landstraße bauen zu wollen, zur Not nur mit städtischen Mitteln. In der favorisierten Variante L2 wäre die Oströhre 1300 Meter lang, die Weströhre 1080 Meter. Die Lärmschutzgalerie Seckbach bliebe außen vor. Das geht der FDP im Römer nicht weit genug. Sie spricht sich dafür aus, das Galeriebauwerk zu integrieren, wie es die Planungsvariante L1 vorsieht. Die Oströhre wäre 1300 Meter lang, die Weströhre 1200 Meter.

Stadt will Einhausung

Diese Planungsvariante schließt die Koalition allerdings aus. Neben der L2-Variante lässt sie auch die kürzeren Möglichkeiten L3 (Oströhre 1080 Meter, Weströhre 880 Meter) und L4 (400 Meter) prüfen.

Besonders die CDU will sich die Option offen halten, „die kürzeste Variante als einen ersten Schritt vorzusehen“, wie sie mitteilte. Zu einem späteren Zeitpunkt, etwa wenn mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stehen oder der Blumengroßmarkt weggezogen ist, könnte eine Verlängerung möglich sein. Die Kosten für die Einhausung müsste die Stadt nach derzeitigem Stand komplett selbst finanzieren. Der Bund wäre nur für Lärmschutzwände verantwortlich, wenn die A661 auf sechs Spuren ausgebaut wird. Das wird wohl nach 2030 soweit sein. Die Bundestagsabgeordnete der CDU aus Frankfurt, Bettina Wiesmann und der Landtagsabgeordnete der CDU aus Frankfurt, Bodo Pfaff-Greiffenhagen, hatten die Einhausung „eine Jahrhundertchance“ genannt und angekündigt, bei Bund und Land um Mittel werben zu wollen.

Ulli Nissen, Bundestagsabgeordnete der SPD, sieht hingegen die hessische Landesregierung beim Lärmschutz in der Pflicht. Diese habe den sechsspurigen Ausbau der A661 im Bundesverkehrswegeplan in der Priorität zurückstufen lassen. Ohne den Ausbau, den Nissen begrüßte, könne der Bund keinen Lärmschutz finanzieren. „An einer Einhausung geht kein Weg vorbei“, sagte sie aber auch.

Letzteres sieht auch Friedhelm Ardelt-Theeck so – allerdings bis Frankfurt-Ost. Die Bürgerinitiativen seien überzeugt, dass die Galerie als Erstes eingehaust werden müsse. Sonst werde „mit Sicherheit geklagt“.

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