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A661 in Frankfurt Schritttempo auf der A661 befürchtet

Die Frankfurter Stadtverordneten müssen sich noch mal mit dem Riederwaldtunnel beschäftigen. Der Ortsbeirat 11 fordert eine Neuplanung. Der Grund: Nach Fertigstellung des Tunnels drohen Staus.

A661
Die A661 wird schon jetzt dicht befahren. Foto: Andreas Arnold

Die Diskussionen um den geplanten Riederwaldtunnel halten weiter an. Nun wird die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung vom Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) aufgefordert, den aktuellen Planfeststellungsbeschluss zurückzuweisen. Das Stadtteilgremium plädiert für eine Neuplanung, Stein des Anstoßes sind prognostizierte Staus auf der A661 und an der Borsigallee.

Laut einer Verkehrsuntersuchung der Straßenbaubehörde Hessen Mobil im aktuellen Planfeststellungsbeschluss soll es nach Fertigstellung des Tunnels auf der Autobahn 661 regelmäßig zu Stockungen kommen und die fahrbare Geschwindigkeit auf unter 30 Stundenkilometer sinken. „Man müsste doch in den Planungen mindestens Tempo 60 auf einer Autobahn hinbekommen“, frotzelt SPD-Ortspolitiker Stephan Zilcher, dessen Fraktion den Antrag auf Einwendungen eingebracht hat.

Allerdings spricht Hessen Mobil nur in der „Morgenspitze“ von regelmäßigen Stockungen. Über die allmorgendliche Rushhour hinaus, etwa in der Abendspitze, käme es nicht zu zähfließendem Verkehr. „Wichtig ist, dass kein ausgeprägter Rückstau auftritt und der Verkehr im Riederwaldtunnel nicht beeinflusst wird“, betont man bei der hessischen Straßenbaubehörde. 

Standstreifen als dritte Spur

Um das zu gewährleisten, soll zwischen der Anschlussstelle Friedberger Landstraße und dem Autobahndreieck Erlenbruch zusätzlich ein durchgehender, sogenannter Verflechtungsstreifen entstehen. Auf Höhe der Ratswegbrücke wird zudem die Freigabe des Standstreifens als dritte Spur geprüft.

Doch gerade das sorgt im Ortsbeirat für Kopfschütteln, dass trotz zusätzlicher Fahrstreifen phasenweise nur Schrittgeschwindigkeit erreicht werden könne. Zudem kritisiert man negative wirtschaftliche Effekte für Unternehmer und Frankfurter Bürger, die auf eine funktionierende 661 angewiesen sind. Ein weiterer Knackpunkt ist die Anschlussstelle Borsigallee: Laut Hessen Mobil würde künftig ein Viertel des Tunnelverkehrs dort durchfließen, nämlich täglich über 28 000 Fahrzeuge. „Der Bereich zwischen dem Hessen-Center und Bergen-Enkheim wird beidseitig zum Stillstand kommen“, befürchtet Fraktionsvorsitzender Stephan Zilcher.

Radler nicht berücksichtigt

Auswirkung auf eine im Rahmen der Untersuchung durchgeführte Simulation haben vor allem die Fußgängerampeln an der nahen U-Bahn-Station: Schalten sie beim Einfahren einer Bahn alle gleichzeitig für 20 Sekunden auf Grün, stößt die Anschlussstelle mit langen Wartezeiten für Autos an ihre Kapazitätsgrenze. Nur wenn man die Grünphasen für Fußgänger wechselseitig stark reduziert, ergibt sich trotz teils immer noch beträchtlicher Wartezeiten eine laut Hessen Mobil „ausreichende Leistungsfähigkeit“. 

Für Stephan Zilcher ist dieses Vorgehen aber nicht nachvollziehbar: „Gerade in den Bereichen von Haltestellen gilt für Fußgänger ein höherer Schutzbedarf.“

Im Ortsbeirat 11 kritisiert man zudem, dass in der Untersuchung keine Radfahrer berücksichtigt wurden. Obendrein sei etwa die Zahl der von der Borsigallee in die Kruppstraße abbiegenden Fahrzeuge angesichts der dort ansässigen Geschäfte viel zu niedrig angesetzt. „Der Riederwaldtunnel soll nur Zielverkehr nach Frankfurt bringen“, ergänzt Stephan Zilcher, beeinträchtige aber stark den überregionalen Verkehr auf der A661.

Der SPD-Antrag, das Gesamtkonzept komplett neu zu überdenken oder Maßnahmen für eine höhere Fahrgeschwindigkeit zu ergreifen, wurde vom Stadtteilgremium in seiner jüngsten Sitzung einstimmig auf den Weg gebracht. Nun liegt der Ball bei den Stadtverordneten im Römer.

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