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A661 Frankfurt Baustopp für Autobahn-Dreieck gefordert

Ein Aktionsbündnis in Frankfurt kämpft seit Jahren gegen den Ausbau der Autobahn 661. Die wird auf Jahre vierspurig bleiben. Nur am Dreieck Erlenbruch wird eifrig gebaut. Das will das Bündnis stoppen.

Unterschriften für den Baustopp am Autobahndreieck Erlenbruch sammelt Friedhelm Ardelt-Theeck (r.) vom „ Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn“ Foto: Monika Müller

Ein Herr fürchtet sich nicht nur vor mehr Lärm, sondern vor allem „vor noch mehr Abgasen“. Schließlich habe er zwei Kinder, und die Feinstaubverschmutzung in der Stadt sei sowieso schon hoch. Seinen Namen möchte er ungern in der Zeitung lesen, aber er unterschreibt an diesem Samstagmittag unweit des Bornheimer Marktes am Stand des „Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn“ (AUA). Dieses fordert einen Baustopp für das Autobahndreieck Erlenbruch und sammelt dafür Unterschriften.

Die Arbeiten seien „rechtswidrig“, so der AUA-Sprecher Friedhelm Ardelt-Theeck. Er hat ein entsprechendes Schreiben an den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) geschickt. Der Streit zwischen Gegnern und Befürwortern des Ausbaus der Autobahnen 661 und 66 mit dem Riederwaldtunnel währt seit Langem. Vor einem Jahr hatte Minister Al-Wazir angekündigt, die Planungsgrundlagen erneuern zu wollen. Die Stadt Frankfurt habe ihre Bevölkerungsprognose revidiert. Für das Jahr 2030 erwarte sie eine höhere Einwohnerzahl. Das wirke sich auf die Verkehrsmenge, auf Lufthygiene, Arten- und Lärmschutz aus. Weil die Pläne erneuert und öffentlich ausgelegt würden, verschiebe sich der Baubeginn für den Riederwaldtunnel auf die zweite Hälfte des Jahres 2018. Bis 2025 soll der Tunnel fertig sein. Davon unberührt bleibe der Bau des Dreiecks Erlenbruch, so der Minister, der weiterlaufe.

Das will das Aktionsbündnis so nicht gelten lassen. Sprecher Ardelt-Theeck argumentiert, ein Planänderungsverfahren umfasse alle darin enthaltenen Projekte. Das seien die A661 westlich des Preungesheimer Dreiecks bis südlich der Hanauer Landstraße, außerdem die Bundesstraße 3a bis Kloppenheim. Grundlage sei der Planfeststellungsbeschluss von 1980.

Aktionsbündnis droht mit Gang vors Gericht

Das hessische Verkehrsministerium hält dagegen, dem Bau des Dreiecks Erlenbruch liege der Planfeststellungsbeschluss für den Bau der A66 mit dem Tunnel Riederwald aus dem Jahre 2007 zugrunde. Um das auszufechten, droht das Aktionsbündnis mit dem Gang vors Gericht. Er sei entschlossen, „dieses sinnlose Betonvergießen und diese unverantwortliche Steuergeldverschwendung“ zu verhindern, so Ardelt-Theeck. Seit 30 Jahren ist er aktiv. „Ich bin nicht mehr gegen den Autobahnausbau an sich, sondern möchte bloß den bestmöglichen Schutz für die Frankfurter.“

Für den möglichen Gang vor Gericht sammelt das Aktionsbündnis vor Ort Spenden. Das Werben um Unterschriften ist zäh. Und das liegt nicht nur an der Eiseskälte. „Begriffe wie Planfeststellungsbeschluss sind schwer rüberzubringen. Jede Unterschrift ist schwer erkämpft“, sagt Ardelt-Theeck. Die Passanten, die doch stehenbleiben, sind meist Ü-50. So wie Gerhard Peters. Der 55-Jährige lebt an der Friedberger Landstraße. „Ich fürchte die gesundheitlichen Aspekte, also den Feinstaub. Auch wenn meine Meinung radikal ist: Mein Lösungsvorschlag wäre, den Öffentlichen Nahverkehr kostenlos zu machen.“ Eine Dame hat nichts gegen den Bau des Dreiecks Erlenbruchs an sich: „Aber ich wünsche mir eine komplette Einhausung und Filteranlagen.“ Der 45-jährige Daniel Rehm findet, der Bau sei längst überfällig. „Schon als ich Kind war, gab es Ausbau-Pläne. Es wird Zeit, dass endlich gehandelt wird“, sagt Rehm. „Denn am Riederwald ist Stau ohne Ende – t ein Wahnsinn für Anwohner und Autofahrer.“

Verschoben ist der Ausbau der A661 zwischen Bad Homburger und Offenbacher Kreuz. Im neuen Bundesverkehrswegeplan ist das Vorhaben in seiner Dringlichkeit zurückgestuft worden. Der Ausbau von vier auf sechs Spuren kommt demnach erst nach 2030. Das Land Hessen hatte dem Projekt „eine absehbar schwierige Durchsetzung“ bescheinigt.

Damit zusammen hängt auch die Teil-Einhausung der A661 zwischen Bornheim und Seckbach. Plänen der Stadt zufolge soll die Autobahn nur auf rund 400 Meter überbaut werden. Aus Kostengründen. Dagegen wehrt sich der Ortsbeirat 4. Er fordert einen rund 1,2 Kilometer langen Deckel www.riederwaldtunnel.de

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