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2proAuto in Hessen Mitfahrbörsen entdecken Pendler

Die Mitfahr-Angebote für kürzere Strecken wachsen in Hessen. Einige Kommunen unterstützen die Initiativen. Bis zum Sommer sollen 40 Partner aus dem Rhein-Main-Gebiet teilnehmen.

Zahlreiche Portale vermitteln auch in Hessen Mitfahr-Angebote für kürzere Strecken. Foto: dpa

Die Fahrgemeinschafteninitiative 2proAuto wächst. Gerade sind Dieburg und Kelsterbach beigetreten, am heutigen Donnerstag kommt Dietzenbach dazu, kündigt Koordinator Martin Patri an. Firmen wie Opel oder Nahverkehrsgesellschaften wie demnächst Traffiq Frankfurt sind ebenfalls dabei. 40 Partner aus Rhein-Main peilen die Darmstädter bis zum Sommer an. Das Ziel: Bewusstsein für gemeinsames Fahren schärfen.

Welches der zahlreichen Vermittlungsportale die Leute für die Suche nach einer Mitfahrgelegenheit wählen, spiele dabei keine Rolle, sagt Patri. Doch die mit dem Klimaschutz der Stadt Frankfurt ausgezeichnete Initiative stellt wohl auch ein Förderprogramm für Flinc dar. Die Darmstädter haben diese „Mitfahr-App für jeden Tag“ vor sechs Jahren an der dortigen Hochschule als Start-up gegründet. Sie ermöglicht das, was 2proAuto propagiert: Menschen tun sich zusammen, um die Straßen von Verkehr und parkendem Blech zu befreien. Patri drückt es so aus: „Unsere Vision ist, dass die Menschen in vollen Autos und netten Runden zusammen zur Arbeit fahren.“ Oder mit Bus und Bahn, über deren Angebote Flinc seine Kunden auch stets informiert. Der Schwerpunkt liegt auf dem Rhein-Main-Gebiet, lange Vorlaufzeiten sind nicht notwendig: „Man kann sich spontan eine Mitfahrgelegenheit suchen“, sagt der Koordinator. Auch das unterscheide Flinc von anderen Anbietern, die längere Strecke bedienten.

Angesichts der Konkurrenz durch Fernbusse haben aber auch diese Pendler als Zielgruppe entdeckt, sagt Sascha Müller, zuständiger Projektleiter bei der IVM. Die Gesellschaft für Integriertes Verkehrsmanagement ist ein Zusammenschluss der Länder Hessen, Rheinland-Pfalz, von Kommunen in Rhein-Main und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Die IVM erarbeitet nach eigenen Worten „Lösungen zur dauerhaften Sicherung der Mobilität und für ein nachhaltiges Mobilitätsverhalten“.

Lange vor Flinc & Co. hatte die IVM vor zwölf Jahren eine Mitfahrervermittlung für das Rhein-Main-Gebiet entwickelt. Aus dem Pendlernetz, später Pendlerportal, hat sie sich jetzt zurückgezogen. Es gebe inzwischen genug private Initiativen. „Das Thema hat inzwischen so eine Dynamik bekommen, da muss man nicht mit Steuergeldern exklusiv so ein System betreiben“, sagt Müller. Viele Anbieter hätten solvente Geldgeber im Hintergrund, seien auch untereinander vernetzt. „Uns ist es egal, ob die Fahrgemeinschaften sich via schwarzem Brett oder Vermittlungsplattform finden.“ Wichtig sei, dass schwarze Schafe eliminiert werden.

Statt dem Pendlerportal bietet die IVM jetzt eine Übersicht an mit Links zu jenen Anbietern, die der Bitte nach Selbstauskunft Folge geleistet haben und seriös erscheinen. Ergänzend hat sie Aspekte zu Fahrgemeinschaften zusammengestellt, um Interessierte zu informieren.

Die Stadt Kelsterbach hat inzwischen auf ihre Internetseite einen Link zu Flinc gestellt. Das Angebot reichte am Mittwochnachmittag von der Mitfahrgelegenheit nach Aschaffenburg oder Neu-Anspach bis hin nach Essen oder Hanau. Hauptgrund für die Teilnahme an 2proAuto sei der Klimaschutz, sagt Jochen Schaab, Pressesprecher der Stadt. „Kelsterbach ist wegen seiner Nähe zum Flughafen besonders stark von Pendlerströmen tangiert.“

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