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Verdacht der Untreue Hochschulpräsident Jahns festgenommen

Der Präsident der privaten Elite-Hochschule European Business School, Christopher Jahns, ist festgenommen worden. Jahns soll berufliche Interessen als EBS-Präsident und private Interessen als Mitinhaber mehrerer Schweizer Firmen vermengt haben.

05.04.2011 08:45
Festnahme in Frankfurt: EBS-Präsident Christopher Jahns. Foto: Michael Schick

Der Präsident der privaten Elite-Hochschule European Business School (EBS), Christopher Jahns (41), ist am Montag in Frankfurt mit Haftbefehl festgenommen worden. Dies bestätigte Oberstaatsanwalt Hartmut Ferse gestern auf Anfrage: „Es besteht der dringende Verdacht der Untreue.“ Auch ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiesbaden bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung. Zudem habe es Hausdurchsuchungen bei der EBS in Wiesbaden gegeben. Die Staatsanwaltschaft hat die Festnahme von Jahns mit Verdunkelungsgefahr begründet.

Laut Staatsanwaltschaft wird Jahns vorgeworfen, berufliche Interessen als EBS-Präsident und private Interessen als Mitinhaber mehrerer Schweizer Firmen vermengt zu haben. Es gehe um rund 180.000 Euro. Jahns hat bislang alle Vorwürfe bestritten. Jahns Anwalt teilte am Abend mit, die Maßnahmen seien überzogen und unverhältnismäßig. Der gegen seinen Mandanten bestehende Haftbefehl sei außer Vollzug gesetzt worden.

Wegen der Affäre lässt Jahns seit Mitte März dieses Jahres seine Ämter als Hochschulleiter und geschäftsführender Vorstandschef ruhen.

Es gab neun Hausdurchsuchungen, wie die Staatsanwaltschaft bestätigte. Die Ermittler durchsuchten auch die EBS-Gebäude „Rheingau-Palais“ und „Atrium“ in Wiesbaden sowie die Privatwohnung von Jahns in Frankfurt.

Überraschung in der Schule

Obwohl die Eliteschule von dem Einsatz überrascht wurde, sei sie sofort zur Zusammenarbeit mit den Behörden bereit gewesen, hieß es.

Im März war bekanntgeworden, dass Jahns wegen der Ermittlungen gegen ihn seine Ämter ruhen lässt. Zudem hatten einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ zufolge wegen der zur Last gelegten Vorwürfe einige EBS-Professoren Jahns zum Verzicht auf das Präsidentenamt aufgefordert.

Die Ermittlungen hatte die Staatsanwaltschaft nach Medienberichten bereits im Februar dieses Jahres aufgenommen. Die EBS wird aus öffentlichen Kassen mitfinanziert. (rmu/rah/dpa)

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