Lade Inhalte...

Unterricht in Hessen Landesschülervertreter errechnen 16.500 ausgefallene Schulstunden - pro Tag

1. UpdateTäglich fallen Tausende von Unterrichtsstunden in Hessen aus. Das ergibt eine Stichprobe der Schülervertreter des Landes.

Unterrichtsausfall
Klassenraum ohne Schüler: Immer wieder kommt es zu Unterrichtsausfall. Foto: Caroline Seidel/dpa

Laut einer Stichprobe der Landesschülervertretung (LSV) fallen an Hessens Schulen täglich Tausende von Unterrichtsstunden aus. Insgesamt kommt die LSV dabei auf rund 16 500 Stunden täglich. Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hatte zuletzt immer wieder versichert, es gebe in Hessen „im Regelfall“ keinen Unterrichtsausfall.

Die Schülervertreter hatten für Ihre Stichprobe die Vertretungspläne von 97 Schulen für Mittwoch, 11. April, ausgewertet. Dort fielen demnach insgesamt 1605 Stunden aus, wie die LSV am Freitag mitteilte. Weitere 1547 Stunden konnten durch andere Lehrkräfte vertreten werden.

Hochgerechnet auf die rund 1000 weiterführenden Schulen in Hessen kommt die Schülervertretung auf einen Ausfall von 16 500 Stunden allein an dem zufällig ausgewählten Mittwoch.

Landesschulsprecher Fabian Pflume äußerte sich zu dem Ergebnis schockiert: „Wir haben eine hohe Zahl erwartet, aber dieses Ergebnis ist jenseits jeder Erwartung. 16 480 ausfallende Schulstunden, diese Zahl ist schlichtweg erschlagend“, sagte Pflume. Die Landesregierung dürfe nicht weiter die Augen verschließen und müsse anfangen, Unterrichtsausfall ernst zu nehmen.

Ein Sprecher des Kultusministeriums nannte die Zahlen auf Anfrage der Frankfurter Rundschau „offensichtlich nicht repräsentativ“. An der Umfrage hätten sich nur die Schülervertreter „bestimmter Schulen“ beteiligt, so dass kein realistisches Bild entstanden sei.

Der Sprecher wiederholte die Aussage von Kultusminister Lorz, wonach es in der Regel keinen Unterrichtsausfall in den Grundschulen sowie der Mittelstufe gebe. Anders verhalte es sich in der gymnasialen Oberstufe. Dort sei Vertretungsunterricht nicht nötig, da die Schülerinnen und Schüler alt und reif genug seien, selbstständig zu lernen und zu arbeiten. Auch sei dort Vertretungsunterricht aus Gründen der „besonderen Fachlichkeit“ nicht immer sinnvoll.

Nach Angaben des Sprechers verfügt das Ministerium selbst über keine Zahlen über Stundenausfälle. Diese würden lediglich an den jeweiligen Schulen direkt erfasst und nicht zentral gesammelt.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen