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Türkei Gießener in Türkei inhaftiert

Der Gießener Patrick Kraicker sitzt seit März in der Türkei in Haft. Dem 29-Jährigen wird vorgeworfen, sich der kurdischen YPG anschließen zu wollen. Unterstützer aus Hessen starten eine Petition für ihn.

Gefängnisse
In Haft. (Symbolbild) Foto: Patrick Seeger (dpa)

Die Freilassung des Gießeners Patrick Kraicker ist Ziel einer Online-Petition, die eine örtliche Initiative gestartet hat. Seit 14. März befinde sich der 29-Jährige in der Türkei in Haft, heißt es in dem Aufruf.

Der Vorwurf: „Unterstützung einer Terrororganisation“ in der kurdischen Region Nusaybin/Silopi. Er habe die Grenze nach Syrien überqueren wollen, um sich dort der kurdischen YPG anzuschließen.

Der Vorwurf entbehre jedweder Grundlage, heißt es. Patrick Kraicker sei weder kurdischer Herkunft, noch habe er sich bislang politisch aktiv für die Belange des Volkes eingesetzt. Falsch sei auch die Behauptung der türkischen Seite, dass er vier Jahre lang bei der Bundeswehr gedient habe und BND-Mitarbeiter war. „Sowohl das Verteidigungsministerium als auch Familienangehörige widersprechen dieser Information“, schreibt die Initiative „Free Patrick – Freiheit für Patrick“. Vielmehr schreiben sie: „Er wurde sogar vom Wehrdienst ausgemustert.“

Laut Familienangehörigen habe er in der kurdischen Region wandern und in Nusaybin die Großeltern seines Jugendfreundes besuchen wollen. Dazu sei es nicht gekommen. Nachdem er per Billigflug in Gaziantep landete und auf dem Landweg nach Nusaybin wollte, sei er festgenommen worden. Mit dem 29-Jährigen sei ein weiterer unschuldiger Deutscher der türkischen Justiz und den Behörden ausgesetzt. „Als politische Geisel und ohne Rücksicht auf international geltende Gesetze wird er seit gut einem Monat in Untersuchungshaft festgehalten.“

Die Möglichkeiten deutscher Behörden und Auslandsvertretungen seien zwar auch in seinem Fall wieder beschränkt. Dennoch müsse sich das Auswärtige Amt kurzfristig kümmern, für einen Anwalt sorgen und für Besuchsmöglichkeiten. An die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft appelliert die Initiative, sich für eine sichere Rückkehr Kraickers in seine Heimatstadt Gießen einzusetzen.

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