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Trauer um Emeka Okoronkwo Bürgermeisterin kommt zur Beerdigung

Fast zwei Wochen lang hat sich der Magistrat bedeckt gehalten. Jetzt die Nachricht: Die Frankfurter Bürgermeisterin werde bei der Beisetzung von Emeka Okoronkwo dabei sein. Dazu dürfte auch eine weitere Zeugenaussage beigetragen haben. Von Felix Helbig

14.05.2010 00:05
Felix Helbig
Emeka Okoronkwo - er musste im Frankfurter Bahnhofsviertel sterben, weil er zwei Frauen helfen wollte. Foto: FR/Kraus

Fast zwei Wochen lang hat sich der Magistrat bedeckt gehalten, an diesem Freitag dann die Kehrtwende: Vier Zeilen hat die Pressemitteilung des Informationsamts der Stadt, nur knapp heißt es darin, stellvertretend für den Magistrat werde Bürgermeisterin Jutta Ebeling an der Beerdigung von Emeka Okoronkwo am Montag in Langen teilnehmen.

Anders als im Fall des Müncheners Dominik Brunner im vergangenen Herbst, als schon am zweiten Tag die Bundeskanzlerin kondolierte, hielten sich die offiziellen Stellen diesmal merkwürdig zurück. Noch vor wenigen Tagen hatte das Büro der Oberbürgermeisterin alle Fragen nach Okoronkwo und einer möglichen Ehrung für den Verstorbenen nicht beantworten wollen, offenbar in der Sorge, der tragische Fall des jungen Deutsch-Nigerianers könne noch eine andere Wendung nehmen und doch nicht das Zeichen von Zivilcourage sein, von dem bisher ausgegangen worden war. Diese Sorge gibt es bei der Stadt nun offenbar nicht mehr.

Dazu beigetragen haben dürfte, dass ein weiterer Zeuge die Version der beiden Frauen stützt, denen Okoronkwo am frühen Morgen des 2. Mai in der Münchener Straße zu Hilfe gekommen war. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat ein Taxifahrer den Tathergang beobachtet und bestätigt Aussagen, wonach der 21-Jährige dazwischen ging, um die Frauen zu schützen, ehe er von einem der beiden Tatverdächtigen ein Messer in die Brust gerammt bekam. Der 34-jährige Haupttatverdächtige, der in Weiterstadt in Untersuchungshaft sitzt, hatte sich bisher auf Notwehr berufen und behauptet, das Messer habe Okoronkwo gehört. Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei dürfte diese Behauptung kaum haltbar bleiben, bislang hat der Mann allerdings keine weiteren Angaben zur Tat gemacht.

In Dreieich und Langen bereiten sich derweil Freunde und Angehörige des Opfers auf die Beerdigung am Montag vor. Schon am Montagmorgen ab 9.30 Uhr wollen sich Hunderte Menschen vor dem Jugendzentrum Sprendlingen treffen, um von dort in einem Trauermarsch zum Langener Friedhof zu ziehen. Um 11 Uhr soll der Leichnam Okoronkwos, der in Langen aufgewachsen war, beigesetzt werden. Neben der Frankfurter Bürgermeisterin und lokalen Politikern wird dann auch Alois Meier vertreten sein, ein Vorstand der Dominik-Brunner-Stiftung. Ein Kondolenzschreiben der Stiftung war der Mutter des Toten bereits zugegangen.

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