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Tourismus in Hessen Heilbäder im Aufschwung

Die Heilbäder in Hessen sehen sich wieder im Aufschwung. Sie erzielen pro Jahr einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro. Die Zahl der Übernachtungen steigt.

Kurorte in Hessen
Der Kurpark in Bad Homburg. Foto: Michael Schick

Die goldenen Jahre nach dem Motto „Morgens Fango, abends Tango“ sind zwar vorbei, doch die hessischen Heilbäder und Kurorte sehen sich wieder im Aufschwung. „Die Tendenz ist steigend“, sagt die Geschäftsführerin des Hessischen Heilbäderverbands, Almut Boller.

Im ersten Halbjahr verzeichneten die 31 Kurorte und Heilbäder in Hessen insgesamt 4,8 Millionen Übernachtungen. Boller geht davon aus, dass zum Ende des Jahres mindestens das Ergebnis von 2016 (9,8 Millionen) erreicht wird. Vielleicht könne man sogar die Zehn-Millionen-Grenze knacken, hofft sie.

Das Interesse an natürlichen Heilmitteln nehme wieder zu, begründet Boller den Aufwärtstrend. Außerdem profitiere man wohl auch von der Unsicherheit in manchen ausländischen Touristenregionen.

„Wir sorgen nicht nur für Gesundheit, sondern auch für wirtschaftliche Ergebnisse“, sagte Volker Zimmermann, Vorsitzender des Hessischen Heilbäderverbands und Bürgermeister von Bad Wildungen. Um das deutlich zu machen, hat der Verband gestern in Bad Homburg eine Studie präsentiert, die er bei dem Beratungsunternehmen dwif in Auftrag gegeben hat.

Danach stehen die Kurorte und Heilbäder für knapp 30 Prozent des hessischen Tourismus und sorgen für einen Gesamtumsatz von 2,2 Milliarden Euro pro Jahr. „Die Heilbäder und Kurorte sind ein wichtiges Standbein des Tourismus in Hessen“, folgert Zimmermann.

Das sieht auch Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) so. Er verweist darauf, dass die Landesregierung die „Zuweisung für Heilkurorte“ von 11,5 Millionen auf 13 Millionen Euro angehoben habe. Zudem seien in den vergangenen zehn Jahren 16 Millionen Euro in die Infrastruktur der entsprechenden Städte geflossen – was Gesamtinvestitionen von 37 Millionen Euro ausgelöst habe.

Solche Ausgaben seien aber auch nötig, um die Zukunft der Heilbäder zu sichern, sagte Bad Homburgs Kurdirektor Ralf Wolter. „Sonst kommen die Leute nicht mehr.“ In Bad Homburg sei in den vergangenen Jahren zum Glück einiges geschehen – ob am Bahnhof oder im Kaiser-Wilhelms-Bad. Und der Erfolg spreche für sich, so Wolter. Im ersten Halbjahr sei die Zahl der Übernachtungen in Bad Homburg um 8,5 Prozent angestiegen.

Allerdings gibt es aus den hessischen Heilbädern nicht nur positive Nachrichten zu vermelden. So wird der Verband im kommenden Jahr um ein Mitglied schrumpfen: Gladenbach könne die Voraussetzungen als Kneipp-Heilbad nicht mehr erfüllen, teilte Zimmermann mit.

Und auch er selbst muss in Bad Wildungen erleben, dass nur noch eine der 19 ansässigen Kliniken Grund- und Gewerbesteuer zahlt. Allerdings profitiert der Fiskus laut der dwif-Studie vom hessischen Kurtourismus insgesamt mit Einnahmen von 205,2 Millionen Euro Mehrwert- und Einkommenssteuer.

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