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Tourismus in der Region Rheinhessen lockt zur Weinlese

Rheinhessen ist während der Weinlese besonders idyllisch und lockt jetzt mit einer kulinarischen Aktion.

Tourismus in Hessen
Wer von einem der Hügel in die weite Landschaft blickt, kann nachvollziehen, warum der Begriff „Toskana am Rhein“ geprägt wurde. Foto: Dieth & Schröder / Rheinhessenwein e.V

Die Provinz Rheinhessen gehörte bis 1945 zu Hessen. Mit den Besatzungszonen nach dem Krieg wurde der Rhein zur Grenze mit der französischen Besatzungszone links und der amerikanischen Besatzungszone rechts des Flusses. Historisch betrachtet wird in den Hügeln links des Rheins übrigens schon länger Wein angebaut als im Rheingau. Stolz verweisen die Winzer um Nierstein darauf, schon in der 13. Generation oder seit 1625 Wein anzubauen.

Obwohl in Rheinhessen 133 von 136 Gemeinden Wein anbauen, hat das Land der 1000 Hügel, wie es die Rheinhessen selbst gerne nennen, mehr zu bieten als nur Reben. Wer die Metzgerei Eichenhof von Klaus Kussel in Wörrstadt betritt, der wird an den Geruch von unbeschwerter Kindheit auf dem Land erinnert. Aufgewachsen ist Kussel in einem typisch rheinhessischen Mischbetrieb mit Viehzucht, Ackerbau und Weinanbau.

Als die Kussels sich entschieden, auf ihre Weinstöcke zu verzichten, wurde ihrem Hof das baldige Ende vorausgesagt. „Rheinhessen ohne Wein, das geht nicht“, hieß es, erinnert sich Kussel. Heute hat der Landwirt einen prosperierenden Großbetrieb, rund 90 Prozent seines Viehfutters stammen aus eigenem Anbau, die Schweine suhlen sich nur einen Steinwurf von der Verkaufstheke entfernt, und eine Wand in der Metzgerei ist gepflastert mit Goldurkunden für Fleischwurst, Lachsschinken und Chiliblutwurst.

Wer Blutwurst mag, kommt bei „Rheinhessen genießen“ voll auf seine Kosten. Die Aktion wurde im vergangenen Jahr ins Leben gerufen, um die kulinarischen Besonderheiten der Region und die Region selbst noch ein Stück weit bekannter zu machen. Die Blutwurst gehört dazu, ob als Füllung in der Fasanenbrust, als Blutwurststrudel oder in der Walnussblutwurst.

Gegen die Blutwurst und Fleisch überhaupt hat sich das Schlösschen am Morstein in Westhofen entschieden. Als Aktionsgericht wird Grumbeersupp (Kartoffelsuppe) mit Quetschekuche kredenzt. Der Besitzer des historischen Schlösschens, in dem gerade auch ein Hotel entsteht, ist überzeugter Veganer. Das Geld für seinen Lebenstraum verdient er in Frankfurt.

Auch Fetzers Restaurant in Ingelheim hat auf Blutwurst verzichtet. Nicht verzichten will der Gastronom auf Rotwein als korrespondierender Getränkeempfehlung, denn Ingelheim nennt sich stolz die Rotweinstadt und hat einen großen Anteil daran, dass immerhin 29 Prozent der 26 000 Hektar Reben auf Rotwein entfallen. Womit wir wieder beim Wein wären, aber daran kommt in Rheinhessen sowieso kaum jemand vorbei, schon gar nicht während der Erntezeit.

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