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Tilemannschule Limburg AfD kommt trotz Kritik

An der Limburger Tilemannschule wird auch mit einem Sprecher des AfD-Nachwuchses diskutiert. Es gibt jedoch einen Faktencheck.

AfD
Logo der AfD (Symbolfoto). Foto: dpa

Die Limburger Tilemannschule hält trotz Kritik an einer Veranstaltung mit politischen Jugendorganisationen fest, zu der auch ein Sprecher des AfD-Nachwuchses eingeladen ist. Ein Schüler werde noch während der Veranstaltung einen „Faktencheck“ vornehmen, betonte Schulleiterin Regine Eiser-Müller am Freitag im Gespräch mit der FR. Unter dieser Voraussetzung wolle man die Breite der Meinungen zulassen.

Am Montagabend beteiligen sich lokale Vertreter der Jugendorganisationen von CDU, SPD, Grünen, Linken, FDP und AfD der Diskussion. Zusammengestellt wurde das Podium von der Organisation Jugendforum (Jufo). Dessen Sprecher Julius Kessler hält es für richtig, Jugendvertreter aller Parteien einzuladen, die in Umfragen über fünf Prozent liegen. Dazu gehöre auch die AfD-nahe Junge Alternative.

Das sieht der Nachwuchs von SPD, Grünen und Linken anders. Die Landesverbände von Grüner Jugend und Linksjugend Solid sowie der südhessische Bezirksverband der Jusos forderten Jufo auf, die Junge Alternative wieder auszuladen. Jufo-Organisator Kessler hielt aber an seiner Haltung fest.

Die Frankfurter Elisabethenschule hatte aufgrund dieser Diskussion in der vergangenen Woche ein solches Jugendforum abgesagt. Dabei spielten auch Unklarheiten eine Rolle, ob die lokal angemeldeten Vertreter von Grüner Jugend und Linksjugend wirklich für deren Verbände sprechen können. Die Limburger Schulleiterin Eiser-Müller berichtete, man habe vereinbart, dass lokale Vertreter aus Limburg eingeladen würden.

Julis gegen Ausgrenzung

Der Nachwuchs der FDP, die Jungen Liberalen (Julis), verteidigt das Format der Veranstaltung mit einem Vertreter der Jungen Alternative. „Wenn sich Jusos, Grüne Jugend und die Linksjugend der Debatte verweigern, machen sie Rechtspopulisten erst groß“, urteilte der Juli-Landesvorsitzende Lucas Schwalbach. Junge Menschen seien so stark politisiert wie lange nicht mehr. „Wer jetzt die politische Auseinandersetzung verweigert, vergibt die Chance,einer ganzen Generation zu zeigen, wie eine liberale Demokratie funktioniert“, argumentierte Schwalbach. Das gehe „nicht mit Ausgrenzung, sondern mit dem Wettbewerb um das beste Argument“.

Auch der südhessische Juso-Vorsitzende Kaweh Mansoori warb für „Meinungsvielfalt und offenen Diskurs“. Er fügte hinzu: „Diskriminierung und Ausgrenzung gehören allerdings nicht dazu.“ Daher dürfe die Junge Alternative mit ihren „deutschnationalen Parolen“ keinen Platz auf einem Podium erhalten. „Mindestvoraussetzung“ sei „ein umfassender Faktencheck“.

Den soll an der Tilemannschule nun ein Schüler liefern. Mit der Schülervertretung sei besprochen, dass Themen aufgerufen werden sollten, bei denen es um Fakten gehe, erläuterte Schulleiterin Eiser-Müller.

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