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Tierhaltung Die Südhessen stehen auf Reptilien

Immer mehr Südhessen halten Reptilien oder andere seltene und geschützte Arten. Damit nimmt auch die Zahl der Tiere zu, welche die Behörden beschlagnahmen.

Himmelblaue  Taggeckos
Sind nach dem Washingtoner Abkommen jetzt streng geschützt: die Himmelblauen Taggeckos. Foto: H. Schneider

Griechische Landschildkröten aus Bad Arolsen, junge männliche Leopardgeckos aus Mörfelden-Walldorf, eine Grüne Baumpython aus Karben: Wer auf der Suche nach einem ungewöhnlichen hessischen Haustier ist, wird im Internet schnell fündig. Immer mehr Menschen geben sich nicht mehr mit einem Goldfisch zufrieden, mit Hund oder Katze. Sie umgeben sich lieber mit Kornnattern oder Blauzungenskinken. Und sind mit deren Bedürfnissen oder den strengen rechtlichen Bestimmungen dann oft überfordert.

Die Zahl der beschlagnahmten oder eingezogenen Exoten nimmt zu, teilt das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt mit, zuständig für den Artenschutz in Südhessen. Knapp 2000 Exemplare seien es im vergangenen Jahr gewesen. 500 mehr, als im Jahr davor.

Welche Arten als Exoten gelten

Exoten sind meldepflichtige Amphibien, Fische, Vögel oder auch Säugetiere. Der Trend zu diesen Hausgenossen hält an. 14.018 Halter mit 76.181 Tieren registrierte die Behörde aktuell. 2015 waren es 400 Besitzer und knapp 6000 Tiere weniger. Die größte Gruppe aller in Südhessen gehaltenen seltenen Tiere stellen demnach mit 63 Prozent die Reptilien. Gefolgt von den Landschildkröten mit 37.193 Exemplaren und den Riesenschlangen, deren Zahl innerhalb von einem Jahr um rund 800 Exemplare auf jetzt 3230 schnellte. Eine positive Nachricht: Der überwiegende Teil der gemeldeten Tiere stamme aus deutschen oder europäischen Nachzuchten, so das RP. „Viele der Halter sind gleichzeitig Züchter.“

Herkunft  dokumentieren

Die legale Herkunft habe der Halter zu dokumentieren. Etwa durch regelmäßige Fotos seiner Landschildkröte. Wer dies versäumt, müsse damit rechnen, dass die Artenschutzbehörde die Einziehung verfügt, warnen die Darmstädter.

Ergänzend weisen sie auf die seit Jahresanfang geltenden Neuerungen im Washingtoner Abkommen hin. Verschiedene Tierarten wurden auf den Status streng geschützte Arten hochgestuft. Etwa der Graupapagei oder verschiedene Echsenarten. Wer sie vermarkten will, benötige eine sogenannte EG-Bescheinigung. „Ohne eine solche sind sowohl der Verkauf wie auch der Kauf illegal und die Betroffenen laufen obendrein Gefahr, sich strafbar zu machen.“

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