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Tiere Grünfinken sterben an Parasiten

Der Naturschutzbund warnt vor Hygienemängeln an Vogeltränken.

Grünfink
Grünfinken sterben an Parasiten. Foto: M. Kuehn (imago stock&people)

Vögel können nicht schwitzen, weil sie keine Schweißdrüsen haben. Trotzdem brauchen sie zwei Mal am Tag Wasser. Um ihnen bei den aktuellen Temperaturen zu helfen, stellen viele Menschen Tränken auf. Die müssen täglich gereinigt werden, teilt der Naturschutzbund (Nabu) Hessen mit. Der Grund: „In den letzten Tagen haben wir vermehrt Meldungen über tote Grünfinken erhalten“, sagt Vogelexperte Maik Sommerhage. Aus den Landkreisen Gießen, Vogelsberg und Main-Kinzig seien bereits 25 verendete Vögel gemeldet.

Als Ursache haben die Naturschützer eine Trichomonaden-Infektion ausgemacht. In verdreckten Vogeltränken könne sich der Parasit leicht ausbreiten und so das Wasser verunreinigen. Für Finkenvögel gleiche ein Trichomonasbefall einem Todesurteil.

„Das oberste Gebot bei Vogeltränken, ganz gleich, ob im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon, ist die Sauberkeit“, mahnt der Ornithologe. Dazu gehörten regelmäßiger Wasserwechsel, Ausspülen und Sauberwischen. „Bei großer Hitze muss die künstliche Wasserstelle unbedingt täglich gereinigt werden, da kleine Wasserstellen jedes Jahr zahlreiche Vögel mit tödlichen Keimen infizieren“, so Sommerhage. Spülmittel oder Reiniger dürften nicht verwendet werden. Eine Bürste und kochendes Wasser reiche aus.

Alternativ könnten zwei Wasserschalen abwechselnd benutzt werden. „Wenn eine Tränke ein paar Tage in der heißen Sonne trocknet, sind mögliche Parasiten tot.“

Wer kranke oder verendete Vögel an einer Vogeltränke feststelle, solle die Trinkquelle sofort stilllegen und entfernen, damit sich nicht weitere Tiere infizieren.

Als Standort für eine Tränke empfiehlt der Nabu-Experte einen für die Vögel gut einsehbaren Platz, so dass sie sich anschleichende Katzen entdecken können. In der weiteren Umgebung sollte es allerdings Büsche und Bäume geben, in denen sie sich bei Bedrohung schnell verstecken können.

Eine Vogeltränke muss kein Luxus sein: „Eine flache Schüssel oder ein Blumentopfuntersetzer tun es auch“, sagt Sommerhage. Der Rand sollte flach sein, der Boden rau und die Tiefe zwischen 2,5 und zehn Zentimeter, so dass verschiedene Vogelarten sie nutzen können.    

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