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Mainz „Größte Krise“: Zuckerrübenanbauer fordern mehr Einsatz

06.12.2018 13:34
Zuckerrübenverarbeitung
Zuckerrüben bei der Verarbeitung. Foto: Sina Schuldt/Archiv

Gut ein Jahr nach dem Wegfall der Produktionsquoten in der EU haben die Zuckerrübenanbauern in Rheinland-Pfalz und Hessen von der Politik einen stärkeren Einsatz für ihre Branche gefordert. Die Politik der EU habe mit Unterstützung der Bundesregierung den gesamten Sektor in die „größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg“ geführt, teilten der Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer sowie die Vereinigung der Zuckerrübenanbauer und der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd am Donnerstag mit.

Seit dem Wegfall der Produktionsquoten im Oktober 2017 seien die Weltmarktpreise verfallen, insbesondere durch interne Preisstützungen etwa in Indien und Thailand sowie hohe Exportmengen aus Brasilien. „Die Politik in Europa und Deutschland hat sich seitdem gemeinsam mit der EU-Kommission in eine Beobachterrolle zurückgezogen und überlässt den gesamten Sektor einer existenziellen Krise. Dies ist völlig unzureichend“, betonten die Verbände in einer gemeinsamen Erklärung.

Das bundeseigene Thünen-Institut für Marktanalyse in Braunschweig hatte vor kurzem prognostiziert, dass die Preise auch mittelfristig nicht steigen dürften. Verantwortlich sei in erster Linie der Wegfall der EU-Produktionsquoten, sagte Sprecherin Marlen Haß. Im Juli 2018 lag der Preis demnach bei 346 Euro pro Tonne; zum selben Zeitpunkt im Vorjahr betrug er 501 Euro. „Hauptursache für den Preisverfall ist eine starke Produktionssteigerung in der EU im ersten Jahr ohne Quote“, sagte Haß. Die Produktion liege klar über dem Verbrauch, was die Preise drücke. Voraussichtlich werde das auch 2019 so bleiben.

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