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Gießen/Heusenstamm Ermittler haben nach Leichenfund keine Hinweise auf Gewalt

Seit dem Fund eines Toten bei Heusenstamm sind viele Fragen noch offen. Steckt ein Verbrechen dahinter? Eine Frau kommt zwar in Haft - aber nicht wegen des Leichenfunds.

08.11.2018 18:20
Polizeiabsperrung
Ein Flatterband mit der Aufschrift „Polizeiabsperrung“. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Nach dem Fund einer Männerleiche bei Heusenstamm haben die Ermittler bislang keine sicheren Hinweise auf ein Verbrechen. Trotz „intensivster Ermittlungen“ könne derzeit „kein dringender Tatverdacht eines Tötungsdelikts begründet werden“, teilte die Staatsanwaltschaft Gießen am Donnerstag mit. „Die Ermittlungen sind aber noch nicht abgeschlossen“, betonte Sprecher Thomas Hauburger. Man prüfe weiterhin, ob ein Gewaltverbrechen vorliege. Hilfreiche Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler von toxikologischen Untersuchungen, die aber noch laufen.

Ein 45 Jahre alter Mann aus Rockenberg (Wetteraukreis) hatte die Polizei am Dienstag zu dem Leichnam geführt und ausgesagt, diesen zusammen mit seiner 39 Jahre alten Ex-Frau in einem Wald bei Heusenstamm (Kreis Offenbach) verscharrt zu haben.

Die Ermittler vermuten, dass es sich bei dem Toten um einen seit längerem vermissten 45-jährigen Bad Nauheimer handelt - den Ehemann der 39-Jährigen. Die Todesursache konnte nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht mehr festgestellt werden, weil die Leiche zu stark verwest war. Die Gerichtsmediziner fanden auch keine Spuren von Gewalt. Ob es sich bei dem Toten wirklich um den 45-Jährigen handelt, muss noch eine Gen-Analyse abschließend klären.

Der Bad Nauheimer soll nach der Aussage des Hinweisgebers in der Wohnung der 39-Jährigen in Büdingen „aus ungeklärter, aber nach seiner Ansicht natürlicher Ursache“ gestorben sein. Die Frau bestreite jede Beteiligung, berichteten die Ermittler.

Nach den Vernehmungen kam der 45-Jährige wieder auf freien Fuß. Gegen die 39-Jährige erließ ein Richter Haftbefehl - aber nicht wegen des Leichenfunds, sondern wegen Gewalt gegen ihren Ex-Mann. Die einschlägig vorbestrafte Frau soll den Rockenberger in der Vergangenheit „dreimal massiv körperlich misshandelt“ haben, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit.

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