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Frankfurt/Main Bundesanwalt fordert elfeinhalb Jahre für IS-Extremisten

12.09.2018 16:20

Im Prozess gegen einen bereits rechtskräftig verurteilten IS-Extremisten hat die Bundesanwaltschaft vor dem Oberlandesgericht Frankfurt eine Gesamtstrafe von elfeinhalb Jahren beantragt. Der Anklagevertreter sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass der 32 Jahre alte Deutsche im November 2013 in der Nähe der syrischen Stadt Aleppo bei der Folterung eines gegnerischen Soldaten anwesend war und diese mit einem Mobiltelefon gefilmt hatte. Dadurch habe er eine „unglaubliche Rohheit, ja Blutrünstigkeit“ gezeigt.

In dem etwa zehn Minuten langen Film sei das Opfer unter anderem weinend zu sehen. Der Mann, dessen weiteres Schicksal unbekannt blieb, habe die auf ihn einschlagenden IS-Soldaten angefleht, ihn nicht auch noch mit Stromschlägen zu foltern. Auch wenn Abdelkarim E.B. die Szenerie lediglich auf Anweisung gefilmt habe, müsse er die „unmenschlichen Vorgänge“ in dem Raum als Mittäter sich zurechnen lassen.

Der Filmausschnitt war erst später bekanntgeworden, als gegen E.B. bereits wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung verhandelt wurde. Im November 2016 wurde er deshalb zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Die wegen der Folteranklage zu verhängende Einzelstrafe von sechs Jahren solle zu einer Gesamtstrafe von elfeinhalb Jahren zusammengezogen werden, sagte der Bundesanwalt. Am morgigen Donnerstag (10.00 Uhr) sollen die Verteidiger plädieren. Die Urteilsverkündung ist am 24. September (10.00 Uhr) vorgesehen.

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