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Sturm in Hessen Sturmtief richtet Schäden an

Sturm „Burglind“ zieht über Hessen hinweg und sorgt für Flugausfälle und umgestürzte Bäume.

Sturmschäden
Ein umgestürzter Baum hat in der Fichardstraße im Frankfurter Nordend sechs Autos beschädigt. Foto: Michael Schick

Sturmtief „Burglind“ ist am Mittwochmorgen teils mit Orkanböen über Hessen hinweggezogen und hat zahlreiche Schäden hinterlassen. Vielerorts seien Bäume umgestürzt und hätten den morgendlichen Berufsverkehr behindert, vor allem im Rheingau, Hochtaunus und Limburg, teilte das Polizeipräsidium Westhessen mit. Schwer verletzt wurde niemand.

Bei der Bahn kam es zu Ausfällen und Behinderungen. Auf der Strecke der S6 zwischen Friedberg und Wöllstadt in der Wetterau sei ein Baum in die Oberleitung gestürzt, sagte ein Bahnsprecher. Ein Regionalzug blieb liegen und musste abgeschleppt werden. Die Strecke war über Stunden gesperrt. Bei Limburg musste die Strecke zwischen Eschhofen und Lindenholzhausen wegen eines umgestürzten Baums gesperrt werden.

Am Frankfurter Flughafen fielen am Morgen 25 Flüge aus. Wegen des Wetters hätten auch weniger Flugzeuge starten und landen können, sagte Fraport-Sprecherin Maria Linden. Die Zahl sei am Morgen von 60 auf 40 Starts und Landungen pro Stunde reduziert worden.

Die Frankfurter Feuerwehr rückte zu 20 Einsätzen aus, teilte Feuerwehr-Sprecher Thorsten Brückner mit. In der Fichardstraße im Nordend stürzte ein 15 Meter hoher Götterbaum um, der im Stamm faul war, und beschädigte sechs Autos. Eine Mensch trug Schürfwunden davon. In der Bockenheimer Warte kippte eine Kastanie, deren Stamm ebenfalls faul war, teilte die Stadt mit. Im Glaskopfweg in Niederursel brach eine Douglasie. Auf dem Friedhof Enkheim fiel eine Fichte auf das Kriegsdenkmal, das unbeschädigt blieb. „Insgesamt ist die Stadt glimpflich davon gekommen“, sagte der Feuerwehr-Sprecher.

In den kommenden Tagen sollen die Bäume an Verkehrswegen zusätzlich kontrolliert werden. Das Frankfurter Grünflächenamt rief dazu auf, nicht in Parks, im Stadtwald, auf Friedhöfen oder in Grünanlagen spazieren zu gehen. Auch nach dem Sturm bestehe die Gefahr, dass Äste herabstürzten. Aktuell seien die Friedhöfe Höchst, Griesheim, Nied, Sossenheim, und Kurmainzer Straße gesperrt.

In Darmstadt hat der Sturm am Mittwoch innerhalb einer Stunde 14 Einsätze ausgelöst. Erstmals wurde die Warn-App Biwapp eingesetzt, um die Anwender über die Verkehrsbehinderungen zu informieren. „Es war eine geballte Ladung“, sagte Jens Rönnfeldt, stellvertretender Leiter der Berufsfeuerwehr der FR. Gleichzeitig habe ein stadtweiter Probealarm der Sirenen stattgefunden, der die Bürger verunsichert habe.

Im morgendlichen Berufsverkehr blockierten laut Feuerwehr umgestürzte Bäume drei wichtige Straßen: Eschollbrücker, Karlsruher und die B449 in der Böllenfalltorkurve. Die Feuerwehr war außerdem nach Starkregen wegen Überflutungen im Einsatz. Fahrende und parkende Autos wurden laut Polizei von herabfallenden Ästen beschädigt. Verletzt wurde niemand. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg brachte der Sturm Bäume zu Fall. Insgesamt zwölfmal musste die Feuerwehr ausrücken. In Klein-Umstadt wurden zwei Dächer abgedeckt. Im Kreis Groß-Gerau stürzte ein Baum in Bauschheim auf die Fahrbahn.

In Wiesbaden sicherte die Feuerwehr mit einem Kran ein Baugerüst an einem vierstöckigen Haus am Rande der Innenstadt. Das Gerüst war teilweise eingestürzt. Im Hochtaunuskreis wurden zwei fahrende Autos von herabstürzenden Bäumen beschädigt; die Insassen kamen mit dem Schrecken davon. Betroffen waren die B275 zwischen Riedelbach und Neuweilnau und die L3025 zwischen Schmitten und Dorfweil.

Die stärksten Orkanböen maß der Deutsche Wetterdienst in Runkel an der Lahn. Dort erreichte der Wind eine Geschwindigkeit von 106 Kilometern pro Stunde, Windstärke elf, sagte Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst. Bis zum Nachmittag war das Tief über Hessen hinweggezogen. Der Deutsche Wetterdienst rechnet noch bis Freitag mit Wind und Regen. Ab 600 Meter Höhe sei Schnee möglich. Am Wochenende beruhige sich das Wetter, ab Montag werde es kälter. „Vielleicht kommt dann der Winter zurück“, sagte er.

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