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Strandbad Langener Waldsee komplett geräumt

Mehr als 8000 Badegäste müssen bei bestem Badewetter nach einem vermeintlichen Unglück den Langener Waldsee verlassen.

Langener Waldsee
Natürliche Seen sind in Hessen rar - doch in Jahrzehnten des Kiesabbaus sind im Rhein-Main-Gebiet zahlreiche Baggerseen entstanden. Das größte Gewässer im Rhein-Main-Gebiet ist der Langener Waldsee. Für viele die beste Bademöglichkeit weit und breit. Foto: Michael Schick

Sonntagnachmittag, strahlender Sonnenschein, Handtuch an Handtuch am Langener Waldsee – und dann die Durchsage, dass die Badegäste die Wasserfläche wegen eines Rettungseinsatzes verlassen müssen. Eine Frau wurde vermisst – und für mehr als 8000 Strandbadbesucher war der Tag am See somit gelaufen. Das Strandbad wurde komplett geräumt, damit Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und DLRG mit der Suche beginnen konnten.

Was war passiert? Kurz nach 15 Uhr wurde eine Notrufsäule betätigt, die im FKK-Bereich des Strandbads aufgestellt ist und den Anrufer mit dem Wachpersonal verbindet. Ein Mann meldete sich, er habe gerade beobachtet, dass „da hinten jemand unterging“. Die Schwimmmeister fuhren im DLRG-Boot an besagte Stelle, stellten aber fest, dass der See dort sehr tief ist und sie vom Boot aus bei rund vier Metern Sicht nicht agieren konnten. Deshalb wählten sie die Notrufnummer 112. „Um 15.36 Uhr kam der Einsatz rein“, sagt Rudi Neu, Sprecher beim Polizeipräsidium Südosthessen. Der Polizeihubschrauber stieg auf und suchte den See 20 Minuten lang mit der Wärmebildkamera ab.

Quasi zeitgleich meldete sich ein älterer Herr bei den Schwimmmeistern und sagte, er finde nach einem Streit seine 68-jährige Frau nicht mehr, die gerade noch im See geschwommen sei. „Die Wohnanschrift der Frau in Frankfurt wurde überprüft, sie wurde dort aber nicht angetroffen“, erklärte Neu. Die Polizei befragte Badegäste nach Beobachtungen, durchsuchte das Strandbad. In Absprache mit dem Betreiber, der Bäder- und Hallenmanagement Langen GmbH, wurde gegen 16.30 Uhr die Räumung angeordnet. Mehr als 8000 Badegäste mussten auf einen Schlag das Bad verlassen. Es habe am Ausgang ein Verkehrschaos gegeben, sagt Neu. „Wir haben Polizeistreifen gebraucht, die den Verkehr geregelt haben.“

Vier Taucher im Einsatz

Vier Taucher vom Wasserrettungszug der Berufsfeuerwehr Frankfurt wurden ins Wasser geschickt, die Feuerwehren aus Langen und Egelsbach ins Strandbad beordert. Ein Rettungsboot der Feuerwehr wurde zu Wasser gelassen, das zwei Rettungsboote der DLRG bei der Suche verstärkte. „50 bis 60 Einsatzkräfte waren da“, sagt Stadtbrandinspektor Frank Stöcker. „Wir hatten auch schon die Taucher der DLRG Mainhausen benachrichtigt, die die Kollegen von der Berufsfeuerwehr ablösen sollten.“ Dazu kam es aber nicht mehr: Um 17.53 Uhr wurde die vermisste Ehefrau telefonisch zu Hause erreicht. Sie war nicht direkt heimgefahren, hatte erst noch einen Zwischenstopp eingelegt. Weil die Feuerwehr dann auch Entwarnung geben konnte, dass am Strand keine herrenlose Kleidung liegen geblieben war, wurde die Suche kurz nach 18 Uhr eingestellt. Wegen der Aufräumarbeiten machte das Bad aber nicht mehr auf.

„Einige Badegäste haben sich beschwert und ihr Geld zurückverlangt“, sagt Sabine Dexheimer von der Stadtkommunikation. Sie gingen aber leer aus. „Das war eine behördliche Anordnung, damit ein Fall von höherer Gewalt.“

Die Kosten für den Einsatz dürften 10 000 Euro weit übersteigen. Der Ehemann muss sie, so Neu, nur dann tragen, wenn man ihm Mutwillen nachweisen kann. „Wenn nicht, dann ist das ein ganz normaler Notfall.“

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