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Stellenabbau Rowenta dampft weiter Personal ein

Der Bürgeleisenhersteller streicht 120 Stellen in Erbach. Die Französische SEB-Gruppe sieht Marktanteile schwinden. Von Peter Dietz

12.02.2009 00:02
PETER DIETZ
Mitarbeiterinnnen von Rowenta in Erbach. Foto: dpa

Fast 120 Beschäftigte verlieren im Erbacher Bügeleisen-Werk ihren Arbeitsplatz. Die französische SEB-Gruppe kündigte am Mittwoch an, im Odenwald 63 Stellen in der Produktion und 56 in anderen Betriebsbereichen zu kappen. Damit wird die noch 290-köpfige Belegschaft von Rowenta um mehr als 40 Prozent eingedampft. Auch in Frankreich fallen Stellen weg: Am Standort Pont-Evêque will SEB 95 weitere Arbeitsplätze streichen.

Der Konzern reagiere damit auf den Preiskampf im Markt für billige Bügeleisen. Immer mehr Produkte würden in China hergestellt, der SEB-Konzern habe Marktanteile eingebüßt und müsse nun "die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte Pont-Evêque und Erbach verbessern, um seine Marktstellung zurückzuerobern".

Als Reaktion auf sinkende Nachfrage und den Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit werde am Standort Erbach die Produktion von mittel- und hochpreisigen Bügeleisen konzentriert, teilt der Konzern mit. Im Zuge dieser Neuausrichtung würden die 120 Stellen gestrichen. Seit mehr als 50 Jahren produziert Rowenta schon Dampfbügeleisen. Einst war das Unternehmen ein großer Arbeitgeber in Hessen; zu seinen Hochzeiten Ende der 70er Jahre beschäftigte Rowenta mehr als 2900 Leute an den Standorten Offenbach und Erbach. Doch dann schwappten mehr und mehr Billigprodukte aus Fernost auf den Markt - und Rowenta begann, Leute zu entlassen. Die Fertigung in Offenbach wurde vor mehr als zehn Jahren eingestellt, 370 Beschäftigte verloren auf einen Schlag ihren Job. Anfang 2005 musste auch Erbach bluten: Rowenta verlagerte die Produktion einfacher Modelle vom Odenwald weg nach China; 215 Arbeitsplätze wurden damals gestrichen. Dieser Prozess wird nun fortgesetzt.

Der SEB-Konzern sei bestrebt, "alle zumutbaren Mittel einzusetzen um den betroffenen Arbeitnehmern eine sozialverträgliche Lösung anzubieten", hieß es. Das Management führe nun Verhandlungen mit den Betriebsräten.

Rowenta wechselte mehrfach den Eigentümer. Seit 1988 gehört die Marke zur französischen SEB-Gruppe, die auch die Marken Moulinex, Krups und Tefal vertritt. SEB zählt mit weltweit 15 000 Mitarbeitern zu den größten Herstellern von Haushaltsgeräten.

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