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Stadtwald Rost an der Landeklappe

Der Fund sorgte im Herbst für Aufregung in Frankfurt: Im Stadtwald entdeckten Fluglärmgegner die abgefallene Landeklappe eines Flugzeugs. Jetzt steht die Ursache für den Vorfall fest. Die Experten kommen zu dem Schluss: Rost war schuld.

Mitglieder der Bürgerinitiative begutachten das herabgestürzte Flugzeugteil. Foto: Bürgerinitiative Sachsenhausen

Korrosion war der Grund dafür, dass ein Flugzeug am 8. Oktober des vergangen Jahres über dem Frankfurter Stadtwald Teile einer Landeklappe verlor. Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Oktober-Bulletin des Bundesamts für Flugunfalluntersuchung hervor. Demnach stammen die Trümmer von einer Frachtmaschine des Typs Boeing 747-400 F. Die Behörde spricht von einer „schweren Störung“. Bürger hatten im Herbst die Trümmer zufällig entdeckt.

Dem Zwischenbericht zufolge befanden sich zwei Piloten sowie zwei „Ersatzpiloten“ an Bord der Maschine. Sie kam gegen 14.30 Uhr aus Moskau und befand sich im Endanflug auf den Frankfurter Flughafen. Zum Anflug auf die Südbahn war der Autopilot eingeschaltet. In Höhe von etwa 2500 Fuß (rund 760 Meter) fuhr der Pilot die Landeklappe von 20 auf 30 Grad. Dabei nahm die Crew ein Geräusch wahr „ähnlich dem Ausfahren der Fahrwerke“. Sofort sei das Flugzeug rund 8 Grad nach links gerollt – bei einer Geschwindigkeit von 160 Knoten – knapp 300 Stundenkilometer.

Daraufhin schaltete der erfahrene 64 Jahre alte Kapitän den Autopiloten aus und steuerte das Flugzeug von Hand auf den Leitstrahl des Instrumentenlandesystems zurück. „Die Landung erfolgte ohne weitere Probleme“, heißt es in dem Bericht.

Initiativen: Gefahr für die Sicherheit

Der Fund im Stadtwald hatte im Oktober 2014 hohe Wellen geschlagen. Patrick Schuffenhauer, Maschinenbau-Ingenieur aus Oberrad und Flughafenausbaugegner, war beim Spaziergang auf das schätzungsweise 50 Kilogramm schwere Flugzeugteil gestoßen und hatte die Polizei verständigt. Das Bruchstück lag rund 20 Meter entfernt von einem beliebten Waldweg.

Ursula Fechter von der Bürgerinitiative Sachsenhausen sprach von einer Gefahr für die Sicherheit und warf der Flughafenbetreiberin Fraport Vertuschung vor. Ohne den Fund, sagte sie, wäre der Vorfall nie an die Öffentlichkeit gelangt. Fraport dementierte: Man sei von der Polizei informiert worden, habe dann das Bundesamt eingeschaltet. Wenige Tage später wurden weitere Trümmer im Wald entdeckt.

Wie aus dem Bulletin hervorgeht, stammen drei Stücke von dem identifizierten Frachtflugzeug, Baujahr 2002, das in der Republik Korea zugelassen ist und von einer dortigen Airline betrieben wird. Die Frage, warum Teile der Landeklappe wegrosteten, müssen nun weitere Untersuchungen klären, sagte Behördensprecher Germout Freitag der Frankfurter Rundschau auf Anfrage und kündigte für den Sommer einen Abschlussbericht an.

Berücksichtigt würden dabei weitere Fundstücke, die möglicherweise zu einer Lufthansa-Passagiermaschine gehören, die im Jahr 2009 eine Landeklappe verloren hatte. Aus der Tatsache, dass es sich ebenfalls um eine Boeing 747-400 handelt, lässt sich nicht ableiten, dass dieser Typ unzuverlässig ist, sagt Freitag.

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