Lade Inhalte...

Stadtjubiläum in Dietzenbach Teures Stadtjubiläum

200.000 Euro sieht der Magistrat in Dietzenbach für die Feierlichkeiten vom 21. bis 30. August 2020. Dem Haupt- und Finanzausschuss ist das zu viel Geld für das Stadtjubiläum.

Geldscheine
200.000 Euro sieht der Magistrat in Dietzenbach für die Feierlichkeiten vom 21. bis 30. August 2020. Dem Haupt- und Finanzausschuss ist das zu viel Geld für das Stadtjubiläum. Foto: imago stock&people (imago stock&people)

Muss der 800. Geburtstag der Stadt Dietzenbach so groß gefeiert werden? 200.000 Euro aus dem Anlagefond sind vom Magistrat für die Feierlichkeiten vom 21. bis 30. August 2020 angedacht. „Zu viel“, befanden einige Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses, die am Donnerstag über den Grundsatzbeschluss diskutierten, der für die 800-Jahr-Feier nötig ist.

Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos) räumte deshalb zuerst einmal mit einem Irrtum auf: Die 200 000 Euro seien der Gesamtkostenrahmen, der sich für die Stadt durch Sponsorenverträge noch reduzieren werde.

Jens Hinrichsen (FW-UDS) sah trotzdem „stinksaure Bürger“ voraus. Aufgrund ihrer desaströsen finanziellen Lage müsse die Stadt wahrscheinlich die Grundsteuer erhöhen, gleichzeitig solle aber für das Fest Geld ausgegeben werden. „Das kommt nicht gut an, selbst wenn es nur 100 000 Euro sind, die wir aus unseren Notgroschen herausnehmen.“

Andrea Wacker-Hempel (Grüne) hatte die letzte große Feierlichkeit noch vor Augen: den Hessentag in Dietzenbach im Jahr 2001. „Traumhaft, aber das dicke Ende kam am Schluss“, erinnerte sie sich. Die Stadt stand damals mit drei Millionen Euro in der Kreide. „Wichtig ist, dass diesmal das Controlling funktioniert – anders als beim Hessentag.“

Einigen Ausschussmitgliedern erschien die bisherige Planung zu unkonkret. „Wir geben 200 000 Euro frei, bevor wir uns Gedanken gemacht haben, was dabei rauskommen soll“, monierte Manuel Salomon (CDU). Rogg sprach daraufhin vom Henne-Ei-Problem: Die einen meinten, dass alles durchgeplant sein solle, bevor die 200 000 Euro freigegeben werden, er selbst aber sei der Meinung, man brauche erst einen finanziellen Rahmen, den man dann mit Leben erfüllen könne.

„Bitte nicht in dem Popanz, den wir beim Hessentag hatten“, sagte Edna Vornberger (Linke). Stattdessen könne doch etwas Bleibendes geschaffen werden. „Vielleicht gestalten wir einfach den Harmonieplatz um.“ Der Rest könne in kleine Projekte wie etwa Spielplätze oder Radwege gehen.

Rainer Engelhardt (SPD) sprach sich schließlich dafür aus, den Antrag im Hauptausschuss nicht abzustimmen, „da höchstwahrscheinlich noch Änderungsanträge kommen“. Die Stadtverordneten entscheiden also am kommenden Freitag ohne eine Beschlussempfehlung darüber, ob 800 Jahre Dietzenbach gefeiert werden oder nicht.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen