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Stadtentwicklung in Bad Homburg „Topthema ist der Verkehr“

Bad Homburgs Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) spricht im FR-Interview über die Stadtentwicklung und darüber, wie der Kurstadtstatus trotz hoher Stickoxidwerte bewahrt werden kann.

Alexander Hetjes
Alexander Hetjes ist seit mehr als zwei Jahren Oberbürgermeister von Bad Homburg. Foto: Renate Hoyer

Wo gibt es in Bad Homburg Flächen für bezahlbaren Wohnraum? Wie kann der Kurstadtstatus trotz hoher Stickoxidwerte bewahrt werden? Und welche Ambitionen hat Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) noch? Wie es mit der Stadt und ihm selbst weitergehen soll, hat er nun im Gespräch mit der FR erläutert.

Herr Hetjes, wagen wir einen Blick in die Zukunft. Wie sieht Ihre persönliche Vision von Bad Homburg im Jahr 2030 aus?
„Ein Bad Homburg, in dem es sich gut und gerne leben lässt.“ Dieser Satz taucht in den Beiträgen der Bürger zu unserem Stadtentwicklungskonzept immer wieder auf. Und das wünsche ich mir auch. Dazu gehört, dass wir ein starker Wirtschaftsstandort bleiben, was auch für die städtischen Finanzen wichtig ist. Wir brauchen gute Verkehrswege, insbesondere für Fahrradfahrer. Das ist für die Bürger sogar das Topthema. Außerdem möchte ich das Kulturprogramm durch Angebote für jüngere Leute ausbauen. Wir sollten aber auch unsere große Historie weiterhin herausstellen. Das ist ein Pfund, mit dem Bad Homburg wuchern kann.

Sie haben das Stadtentwicklungskonzept „Isek 2030“ schon angesprochen. Zurzeit läuft die Bürgerbeteiligung. Was hat Sie dabei am meisten überrascht?
Die hohe Beteiligung, das Engagement der Bürger und das sehr genaue Meinungsbild. Wir haben fast 6000 Anregungen erhalten. Die beiden beteiligten Büros haben uns gesagt, so eine Resonanz hätten sie noch in keiner anderen Stadt erlebt.

Wann wird das Konzept stehen?
Im Frühjahr oder Sommer 2018. Dann wird es in die Stadtverordnetenversammlung gehen. Das Konzept soll für die kommenden Jahre als Grundlage unserer Arbeit dienen und Stück für Stück umgesetzt werden.

Und bis dahin herrscht Stillstand?
Nein, natürlich nicht. Die Projekte, die bereits in der Pipeline sind, laufen ganz normal weiter. Ob es um Baugebiete geht oder das geplante Großprojekt am Bahnhof mit Kino und Club. Da sind wir derzeit in der europaweiten Ausschreibung.

Eines der zentralen Probleme in Bad Homburg ist, wie im gesamten Rhein-Main-Gebiet, der fehlende Wohnraum, besonders im preisgünstigen Segment. Was wollen Sie tun, um Abhilfe zu schaffen?
Wir haben allein im vergangenen Jahr für elf Millionen Euro rund 100 Wohnungen vom Hochtaunuskreis erworben, um preiswerten Wohnraum sicherzustellen – mit Mieten zwischen fünf und neun Euro pro Quadratmeter. Ansonsten wären die Gebäude wohl an einen Investor gegangen und im schlimmsten Fall wären Eigentumswohnungen daraus geworden.
Damit ist aber noch keine neue Wohnung entstanden ...
Wir entwickeln auch neue Wohngebiete, aber das ist eine langwierige Angelegenheit. Am Hühnerstein haben wir 2007 angefangen. Zehn Jahre später sind nun die ersten Bagger gerollt. Bei den ausstehenden Projekten wollen wir dem Investor zudem eine gewisse Quote an preiswertem Wohnraum vorgeben. Die Koalition hat sich auf 20 Prozent festgelegt.

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