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Stadt und Kreis Offenbach Nachholbedarf beim Breitbandausbau

Nicht die Nähe zum Flughafen ist einer der wichtigsten Standortfaktoren für Unternehmen in Stadt und Kreis Offenbach. Viel mehr zählt der Breitbandausbau - und da sehen viele Unternehmen Verbesserungspotential.

Isenburg-Zentrum
Die Neu-Isenburger Unternehmen schätzen die örtlichen Einkaufsmöglichkeiten. Foto: Rolf Oeser

Die Region Offenbach hat sich als Gewerbestandort in den vergangenen zwei Jahren aus Sicht der Unternehmen positiv entwickelt. Das geht aus einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer Offenbach (IHK) hervor. Rund zwei Drittel der Firmen, die an der Umfrage des regionalen Wirtschaftsverbands teilgenommen haben, gehen von einer positiven Veränderung der Standortbedingungen aus. Gut die Hälfte der Unternehmen ist mit ihrem Standort sehr zufrieden oder zufrieden.

Besonders zufrieden zeigt sich laut den Daten der IHK das Gastgewerbe, der Einzelhandel seinerseits hat die schlechtesten Bewertungen abgegeben. Überdurchschnittlich positiv eingeschätzt wird die Lage von den Betrieben der Immobilienwirtschaft. Größere Betriebe beurteilten die Lage eher gut als kleinere.

Befragt worden waren gut 12 000 Firmen, ihre Einschätzung abgegeben haben 945 aus der Stadt Offenbach und den 13 Kommunen des Kreises Offenbach. Die Ergebnisse hat die IHK mit den jeweiligen Bürgermeistern erörtert.

Wichtigster Standortfaktor ist laut der IHK-Umfrage die Breitbandanbindung – noch vor der Anbindung an das Fernstraßennetz. Den Flughafen schätzen die Unternehmen nicht als einen der sechs wichtigsten Standortfaktoren ein. Wichtig sind ihnen vielmehr die Wohn- und Umfeldqualität, die Wirtschaftsfreundlichkeit der Verwaltung und die Offenheit der Bürgermeister für Wirtschaftsthemen sowie die Einkaufsmöglichkeiten.

Hier hat sich beispielsweise die Wahrnehmung der Unternehmen in Seligenstadt im Vergleich zur ersten Umfrage im Jahr 2014 eklatant verändert. So stieg die Zufriedenheit der Unternehmen mit der Offenheit des Bürgermeisters von einem sehr schlechten Wert bei der Umfrage 2014 auf einen sehr guten Wert bei der aktuellen Umfrage, die im September und Oktober 2016 durchgeführt wurde. „Da hat sich auch einiges getan“, kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner diese Veränderung. Nach zwölf Jahren hatte es Anfang 2016 an der Rathausspitze in der 21 000-Einwohner-Stadt einen Wechsel gegeben. Der Parteilosen Dagmar Nonn-Adams folgte FDP-Mann Daniell Bastian, der im Sommer – und damit kurz vor der Umfrage – eine Wirtschaftsförderin ins Rathaus holte.

Doch so deutlich sind die Unterschiede in der Wahrnehmung selten. Auffällig ist aber auch, dass sich beim Thema Internet-Infrastruktur die Zufriedenheit der Unternehmen verschlechtert hat. Gleichzeitig wird die Bedeutung dieses Faktors heute als noch wichtiger eingeschätzt. 48 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie Bandbreiten von mindestens 100 Megabits pro Sekunde benötigten. Selbst in der relativ gut versorgten Stadt Offenbach zeigten sich 20 Prozent der Unternehmer unzufrieden oder sehr unzufrieden. Im Kreis sind es sogar 37 Prozent. Zwar gebe es viele Ankündigungen, was den Ausbau mit schnellen Internetverbindungen angehe. Aber das seien eben überwiegend nur Ankündigungen, sagt Weinbrenner.

Der Ausbau komme dem Bedarf kaum hinterher. Für Frank Achenbach, zuständiger Geschäftsführer für den Bereich Standortpolitik, ist es daher sehr wichtig, zu überlegen, „wie wir Glasfaser noch näher an die Unternehmen bekommen“. Ziel sollte es sein, Glasfaser bis ins Haus zu legen. Dafür sei aber auch eine entsprechende Zahlungsbereitschaft der Unternehmen notwendig.

Überwiegend zufrieden sind die Unternehmen in den meisten Kommunen mit der Wohn- und Umfeldqualität. Lediglich in Offenbach und in Dietzenbach klaffen hier Bedeutung und Zufriedenheit auseinander. Unzufrieden sind die Unternehmer mit dem Angebot an Fachkräften. Hier gebe es in allen Orten einen „wahrnehmbaren Mangel“, so Achenbach. In Egelsbach erörtern Unternehmer sowie Vertreter aus Politik und IHK die lokalen Ergebnisse am Mittwoch, 6. April, ab 17 Uhr im Rathaus öffentlich.

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