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Spürhunde am Flughafen Frankfurt Schnüffelnde Schädlingsbekämpfer

Speziell ausgebildete Spürhunde machen am Frankfurter Flughafen Jagd auf Ungeziefer. Seit 2013 gibt es die Bettwanzenspürhundestaffel.

28.08.2016 17:05
Ein Wanzenschnüffler im Einsatz. Foto: peter-juelich.com

Jack, ein zweijähriger Australian Cattle Dog, schnüffelt ganz aufregt an den Wänden entlang. Dabei wird er immer wieder von Hundetrainerin Marisa Manzano gelobt. Der 15 Kilogramm schwere Hund läuft hin und her, sucht in allen Ecken und Ritzen. Vor einem kleinen Schacht für Internetkabel bleibt er plötzlich ganz still liegen und fixiert den Schacht. Das Objekt der Begierde: ein kleines Röhrchen mit Bettwanzen. Und dann gibt es endlich die verdiente Belohnung. Jack darf mit seiner Trainerin und einem Spielzeug herumtoben.

Manzano und Jack sind Teil der Bettwanzenspürhundestaffel, die seit 2013 am Frankfurter Flughafen arbeitet. Der Leiter der Staffel, Larry Hansen, hatte vor drei Jahren die Idee, Bettwanzen mit Hunden aufzuspüren, und fragte bei einem Hotel an, ob es dafür Bedarf gebe. Die Antwort: „Herr Hansen, wenn Sie das machen, sind wir Ihr erster Kunde.“ Hansen bekam das sogar schriftlich. Damit ging er zu seinem Arbeitgeber Fraport, und auch hier war man von der Idee begeistert.

Heute sind vier Hunde fast täglich auf der Jagd nach Bettwanzen in Flugzeugen, Hotels und Privatwohnungen. Ihre Namen: Cora, Aika, Buddy und Jack mit jeweils einem Trainer. Die Hunde erkennen Bettwanzen an ihrem süßlichen Geruch: „Der ist mandelähnlich“, erklärt Hundetrainerin Manzano, die aus Liebe zu Hunden bei der Staffel ist. Im Kellerlabor füllt sie die Trainingsröhrchen mit selbstgezüchteten Bettwanzen. Alles dreifach abgesichert, versteht sich, damit keines der schnellen Tierchen entwischen kann. Und dann kann das Training losgehen.

Viel Stress für die Tiere

Die Suche bedeute viel Stress für die Tiere, sodass sie pro Tag nur vier Stunden im Einsatz sein könnten, sagt Hansen. Der Rhythmus dabei: 20 Minuten Suche, eben so lange Pause, wieder 20 Minuten Suche und dann eine Stunde Pause. Der Vorteil von Hunden gegenüber dem Schädlingsbekämpfer ist für Hansen offensichtlich: die Nase. „Die Hunde riechen das, was wir nicht sehen können.“ Die Erfolgsquote liege bei über 95 Prozent.

Grundsätzlich kann jeder Hund mit genügend Spieltrieb zum Spürhund ausgebildet werden. Im Frankfurter Team sind Schäferhunde, Labradore und Australian Cattle Dogs vertreten. Bei täglichem Training dauere die Ausbildung zwei bis drei Monate und koste etwa 10 000 Euro, gibt US-Amerikaner Hansen an. Und eine Prüfungsordnung gibt es auch und zwar von der „Bed Bug Foundation“ (BBF).

Die nicht kommerzielle BBF mit Sitz in Großbritannien hat sich zum Ziel gesetzt, der weltweiten Ausbreitung von Bettwanzen entgegenzuwirken. Dafür gibt sie zum Beispiel einheitliche Standards für die Ausbildung von Bettwanzenspürhunden vor. Fraport darf als einziger Partner der BBF in Deutschland andere Spürhunde zertifizieren.

Die Hundestaffel überprüfe im Monat etwa 30 Flugzeuge und drei Hotels, berichtet Hansen. Kundennamen könne er nicht nennen, denn Bettwanzen gelten noch immer als Hygieneproblem; dabei sei der Hauptgrund, dass die Welt immer kleiner werde. Menschen sind einfach viel unterwegs, und so ist der Standort am Flughafen perfekt. Über kurz oder lang möchte man jedem Passagier anbieten, ihn und sein Gepäck von Jack und Co. kontrollieren zu lassen, kündigt Hansen an. (prjg)

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